M2 Lernplan: 100 Tage bis zum Hammerexamen

Kurz gesagt: Ein M2 Lernplan über 100 Tage teilt sich sinnvoll in drei Phasen: rund 55 Tage Erstdurchgang durch die klinischen Fächer, rund 30 Tage Kreuzen mit gemischten Fragensätzen und rund 15 Tage gezielte Wiederholung. Etwa jeder siebte Tag bleibt frei – als Puffer für Krankheit und Verzögerungen, nicht als Belohnung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Plan mit Puffertagen hält länger als ein Plan, der jeden Tag verplant – letzterer ist meist nach zwei Wochen hinfällig.
  • Der Erstdurchgang ist die längste, aber nicht die wichtigste Phase; entscheidend ist, was danach noch wiederholt wird.
  • Die großen Fächer gehören an den Anfang, damit sie zwei Wiederholungsdurchgänge erleben.
  • Gekreuzt wird ab Tag eins, nicht erst ab Phase zwei.
  • Die letzten sieben Tage sind für Bekanntes reserviert – keine neuen Themen mehr.

Warum ein M2 Lernplan über 100 Tage funktioniert

Hundert Tage sind lang genug, um jedes prüfungsrelevante Fach einmal geordnet durchzuarbeiten, und kurz genug, dass der Anfang am Ende noch erreichbar ist. Kürzere Zeiträume zwingen zu Auslässen, längere verlieren an Dringlichkeit: Wer sich fünf Monate gibt, verbringt die ersten sechs Wochen erfahrungsgemäß mit Organisation.

Der eigentliche Wert eines Plans liegt nicht darin, dass er optimal ist, sondern darin, dass er die tägliche Entscheidung abnimmt. Wenn morgens feststeht, was gelernt wird, entfällt die halbe Stunde, in der du zwischen drei Möglichkeiten schwankst. Über 100 Tage summiert sich das zu mehreren vollen Lerntagen.

Vom Plan zur Wochenstruktur

Plane in Wochen, nicht in Tagen. Eine Wochenvorgabe – etwa „Kardiologie und Pneumologie“ – lässt sich innerhalb der Woche verschieben, ohne dass der Gesamtplan kippt. Eine Tagesvorgabe erzeugt bei jeder Abweichung das Gefühl, hinterherzuhängen. Was du täglich festlegst, sind nur zwei Dinge: der Themenblock und das Kreuzpensum.

Die 100 Tage im Überblick

Die folgende Aufteilung ist ein Gerüst, kein Gesetz. Verschiebe die Fachblöcke nach deinem PJ-Verlauf: Was du im Tertial intensiv erlebt hast, braucht weniger Zeit; was du nur aus Vorlesungen kennst, mehr.

Phase Tage Schwerpunkt Kreuzen
1 – Erstdurchgang große Fächer 1–35 Innere Medizin, Chirurgie täglich zum Tagesthema
2 – Erstdurchgang übrige Fächer 36–55 Neurologie, Psychiatrie, Gynäkologie, Pädiatrie, Querschnittsfächer täglich, ein Drittel gemischt
3 – Kreuzphase 56–85 gemischte Fragensätze, Aufarbeitung der Fehler Haupttätigkeit
4 – Wiederholung 86–93 eigene Fehlersammlung, schwache Fächer reduziert, gezielt
5 – Schlusswoche 94–100 Bekanntes sichern, Rhythmus halten kurze Sätze, kein Neuland

Verteile die Puffertage nicht am Ende, sondern gleichmäßig: einer pro Woche. Ein Puffer, der erst in Woche zwölf liegt, hilft dir in Woche drei nicht. Bleibt ein Puffertag ungenutzt, wird er ein freier Tag – nicht ein vorgezogener Lerntag.

Phase 1 und 2: der Erstdurchgang

Der Erstdurchgang hat eine klar begrenzte Aufgabe: jedes Thema soll einmal bewusst bearbeitet worden sein. Er ist nicht der Ort, an dem alles sitzen muss. Wer hier Perfektion anstrebt, verbraucht die Zeit, die später für Wiederholung fehlt – und Wiederholung ist der Teil, der den Stoff tatsächlich haltbar macht.

Setze dir pro Themenblock eine feste Obergrenze und halte sie ein, auch wenn du das Gefühl hast, noch nicht fertig zu sein. Notiere stattdessen in einer Liste, was offen geblieben ist. Diese Liste wird in Phase 4 abgearbeitet, und erfahrungsgemäß erledigt sich ein Teil davon bis dahin von selbst, weil die Themen in Fragen wieder auftauchen.

Reihenfolge der Fächer

Beginne mit den Fächern, die den größten Anteil tragen – Innere Medizin und Chirurgie. Sie sind später am ehesten wieder präsent, weil ihre Inhalte in Fragen aus anderen Fächern mitlaufen. Kleinere Fächer wie Neurologie profitieren dagegen davon, später zu kommen, weil ihre Systematik weniger Wiederholung braucht, wenn sie einmal verstanden ist.

Ein Fragenset auf Examensniveau, das den kompletten Prüfungsumfang abbildet.

Die Simulation umfasst 1000 MC-Fragen über alle prüfungsrelevanten Fächer hinweg. Sie eignet sich als Standortbestimmung am Übergang in die Kreuzphase und als Generalprobe in den letzten Wochen, weil sie Fachwechsel und Ausdauer gleichzeitig trainiert.

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Phase 3 bis 5: Kreuzen, Wiederholen, Sichern

In der Kreuzphase kehrt sich das Verhältnis um: Nicht mehr das Lesen strukturiert den Tag, sondern die Fragen. Arbeite mit gemischten Sätzen, in denen die Fächer bunt durcheinandergehen. Das fühlt sich zunächst schlechter an als ein Fachset – und genau darin liegt der Nutzen, denn am Prüfungstag steht über der Frage kein Fachname.

Rechne pro Fragensatz etwa die gleiche Zeit für die Nachbereitung ein wie für das Kreuzen selbst. Wer nach jeder Sitzung nur die Prozentzahl anschaut, lernt aus dem Kreuzen praktisch nichts. Der Ertrag steckt in der Frage, warum die falsche Antwort plausibel wirkte – also in der Verwechslung, die dahintersteht.

Die Wiederholungsphase

Phase 4 arbeitet ausschließlich mit deinem eigenen Material: der Fehlersammlung, der Liste offener Punkte aus dem Erstdurchgang und den zwei bis drei Fächern, in denen die Quote am schwächsten ist. Neue Quellen sind hier fehl am Platz, weil sie Sicherheit kosten, ohne Substanz zu bringen.

Die Schlusswoche

Reduziere in den letzten sieben Tagen das Pensum bewusst. Ein kurzer Fragensatz pro Tag hält den Rhythmus, ein Durchgang durch die Fehlersammlung sichert das Nahe. Schlaf und Tagesstruktur sind in dieser Woche kein Nebenthema, sondern der Hauptfaktor: Die Prüfung verlangt Konzentration über mehrere Stunden an mehreren Tagen.

Häufige Fragen

Was mache ich, wenn ich im Plan zurückliege?

Kürze innerhalb des Erstdurchgangs, nicht in der Wiederholungsphase. Praktisch heißt das: kleinere Fächer knapper halten, seltene Krankheitsbilder auslassen, aber die Phasengrenzen stehen lassen. Ein verschobener Phasenwechsel zieht sich durch den gesamten Rest des Plans; ein knapper behandeltes Randthema kostet nur wenige Punkte.

Wie viele Stunden pro Tag sind realistisch?

Die meisten Studierenden kommen über mehrere Wochen auf sechs bis acht konzentrierte Stunden. Entscheidend ist weniger die Stundenzahl als die Konstanz: Zehn Stunden an drei Tagen und dann zwei Tage Ausfall bringen weniger als ein gleichmäßiger Rhythmus. Miss deine Zeit ehrlich, Pausen und Handy nicht mitgezählt.

Ab wann sollte ich mit gemischten Fragensätzen arbeiten?

Früher, als es sich gut anfühlt. Schon in Phase 1 lohnt es, jede Woche einen kleinen gemischten Satz einzuschieben. So gewöhnst du dich an den Fachwechsel und erkennst frühzeitig, welche Themen aus den ersten Wochen bereits verblassen – statt es erst in Phase 3 zu merken.

Soll ich den Plan schriftlich festhalten?

Ja, aber knapp. Eine Tabelle mit Woche, Fachblock und Puffertag reicht. Je detaillierter ein Plan ist, desto schneller wird er ungültig, und ein ungültiger Plan wird meist ganz aufgegeben. Ein Blatt, das an der Wand hängt, erfüllt seinen Zweck besser als eine Tabelle mit 100 Zeilen.

Was ist mit Fächern, in denen ich schon sicher bin?

Streiche sie nicht ganz, sondern verkürze sie auf einen Kreuzdurchgang. Sicherheit aus dem Tertial täuscht häufig, weil sie sich auf das bezieht, was auf Station häufig war – die Prüfung fragt aber auch nach dem, was selten vorkommt, aber typisch abfragbar ist.

Kann ich den Plan auf 70 oder 130 Tage übertragen?

Ja, die Phasenverhältnisse bleiben brauchbar: etwa 55 Prozent Erstdurchgang, 30 Prozent Kreuzphase, 15 Prozent Wiederholung und Schlusswoche. Bei kürzeren Zeiträumen kürzt du den Erstdurchgang, nicht die Wiederholung – sonst geht am Ende genau das verloren, was du zuerst gelernt hast.

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