Das Elektrokardiogramm (EKG) gehört zu den wichtigsten diagnostischen Verfahren der Medizin. Bereits in der Vorklinik bildet es einen festen Bestandteil der Herzphysiologie und taucht regelmäßig im Physikum auf. Später begleitet dich das EKG nahezu täglich – von der Inneren Medizin über die Notaufnahme bis zur Intensivstation.
Viele Studierende lernen die einzelnen Wellenformen auswendig. Wirklich sicher wirst du jedoch erst, wenn du verstehst, welche elektrischen Prozesse im Herzen hinter jeder Kurve stehen.
Warum ist das EKG so wichtig?
Das EKG zeigt die elektrische Aktivität des Herzens. Jede Zacke entspricht einer genau definierten Erregungsausbreitung. Verstehst du diese Abläufe, kannst du Herzrhythmusstörungen, Leitungsstörungen und viele weitere Erkrankungen deutlich leichter erkennen.
Der Ablauf eines Herzschlags im EKG
P-Welle
Die P-Welle steht für die Depolarisation der Vorhöfe. Sie beginnt im Sinusknoten und breitet sich über beide Vorhöfe aus.
PQ-Intervall
Hier erfolgt die Überleitung der Erregung über den AV-Knoten. Die physiologische Verzögerung ermöglicht eine vollständige Füllung der Herzkammern.
QRS-Komplex
Der QRS-Komplex beschreibt die Depolarisation der Ventrikel. Er ist die auffälligste Struktur im EKG und markiert den Beginn der Kammerkontraktion.
ST-Strecke
Die ST-Strecke entspricht der vollständigen Erregung der Herzkammern und ist besonders wichtig für die Diagnose von Myokardinfarkten.
T-Welle
Die T-Welle zeigt die Repolarisation der Ventrikel und beendet den elektrischen Herzzyklus.
Die Erregungsleitung des Herzens
- Sinusknoten
- Vorhöfe
- AV-Knoten
- His-Bündel
- Tawara-Schenkel
- Purkinje-Fasern
- Ventrikel
Diese Reihenfolge solltest du sicher beherrschen – sie gehört zu den absoluten IMPP-Klassikern.
EKG systematisch auswerten
- Herzfrequenz bestimmen
- Rhythmus beurteilen
- P-Wellen vorhanden?
- PQ-Zeit messen
- QRS-Breite beurteilen
- ST-Strecke analysieren
- T-Wellen beurteilen
Typische IMPP-Fragen
- Welche Struktur erzeugt die P-Welle?
- Warum verzögert der AV-Knoten die Erregung?
- Wann ist ein QRS-Komplex verbreitert?
- Welche Veränderungen sprechen für einen Herzinfarkt?
- Wie erkennt man einen AV-Block?
- Welche Herzfrequenz entspricht welchem RR-Abstand?
Klinische Bedeutung
Das EKG spielt eine zentrale Rolle bei:
- Herzinfarkt
- Vorhofflimmern
- Vorhofflattern
- AV-Blockierungen
- Schenkelblöcken
- Hyperkaliämie
- Bradykardien und Tachykardien
Merkhilfen fürs Physikum
- P = Vorhöfe
- QRS = Kammern kontrahieren
- T = Erholung der Kammern
- Sinusknoten ist der primäre Schrittmacher
- AV-Knoten verzögert die Erregung
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Fazit
Das EKG gehört zu den wichtigsten Grundlagen des gesamten Medizinstudiums. Wer die Entstehung jeder Welle versteht und EKGs systematisch analysieren kann, legt den Grundstein für Kardiologie, Notfallmedizin und zahlreiche IMPP-Fragen im Physikum.
FAQ
Was zeigt die P-Welle?
Die Depolarisation der Vorhöfe.
Wofür steht der QRS-Komplex?
Für die Depolarisation der Herzkammern.
Warum ist die ST-Strecke wichtig?
Sie spielt eine entscheidende Rolle bei der Diagnose eines Herzinfarkts.
Warum wird das EKG so häufig im Physikum geprüft?
Weil es Herzphysiologie, Elektrophysiologie und klinische Kardiologie miteinander verbindet und zu den wichtigsten diagnostischen Grundlagen gehört.

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