Kurz gesagt: Für die erste Chemieklausur im Medizinstudium in Greifswald bereitest du dich am besten sechs Wochen lang mit drei festen Lerneinheiten pro Woche vor: verstehen, rechnen, abfragen. Inhaltlich zählen Stoffmenge und Konzentration, Säuren und Basen, Puffer, Redox und organische Grundlagen. Termin und Form der Klausur nennt der Studienplan der Fakultät.
Irgendwann im ersten Studienjahr steht in vielen Fakultäten ein Chemietermin an, der am Anfang noch weit weg wirkt. Wann er bei dir liegt, zeigt der Stundenplan. Genau jetzt entscheidet sich, ob du ihm in sechs Wochen ruhig oder hektisch entgegengehst. In Greifswald gibt die Erstsemesterinformation des Studiendekanats auf dem eCampus den Rahmen vor, und alles Weitere kannst du schon jetzt selbst gestalten.
Wann solltest du mit der Vorbereitung auf die Chemieklausur beginnen?
Du beginnst am besten sechs Wochen vor dem Termin, in der Praxis also sofort, sobald du den Termin kennst. Den Prüfungstermin und die Form entnimmst du dem Studienplan und dem Stundenplan deines Semesters, die Erstsemesterinformation findest du auf dem eCampus der Universitätsmedizin. Wenn bei dir weniger Zeit bleibt, streckst du den Plan nicht, sondern kürzt die Themen, die du schon sicher beherrschst.
Der frühe Start hat einen einfachen Grund. Chemie lernst du nicht durch Lesen, sondern durch Rechnen, und Rechnen braucht Wiederholung in Abständen. Wer regelmäßig über sechs Wochen verteilt übt, löst meist mehr Aufgaben als jemand, der an zwei Wochenenden zwölf Stunden durchzieht.
Welche Themen kommen in der Chemie für Mediziner dran?
In der Chemie für Mediziner kommen fast immer chemisches Rechnen, Säuren und Basen, Puffer, Redoxreaktionen und die organische Chemie mit funktionellen Gruppen dran. Das ist der Kern, den du in der Vorklinik später in Biochemie und Physiologie wieder brauchst. Welche Gewichtung deine Klausur hat, sagt dir die Fakultät in der Einführung.
Unterscheide dabei zwischen drei Ebenen. Auf der ersten Ebene stehen Begriffe wie Mol, Molarität und pH-Wert, auf der zweiten die Rechenwege, die damit arbeiten, und auf der dritten die Anwendung auf Beispiele aus dem Körper, etwa den Blutpuffer. Die meisten Punkte holst du auf der zweiten Ebene. Die Begriffe sind Mittel zum Zweck.
Wie sieht der Sechs-Wochen-Plan Schritt für Schritt aus?
Der Plan hat sechs Schritte, einen pro Woche. In jeder Woche gilt derselbe Dreiklang: eine Einheit zum Verstehen, eine zum Rechnen, eine zum Abfragen, jeweils etwa 60 bis 90 Minuten. Die Themen wechseln, die Struktur bleibt gleich.
- Woche 1: Schulstoff-Check mit zehn Aufgaben zu Atombau, Mol und Einheiten, danach Lücken benennen und die Rechenschreibweise festlegen.
- Woche 2: Konzentrationen und Verdünnungen. Prozent, Massenanteil und Stoffmengenkonzentration in einer Übersicht gegenüberstellen und je vier Aufgaben rechnen.
- Woche 3: Säuren, Basen und pH-Wert. Starke und schwache Säuren trennen, pH und pKs-Wert berechnen und eine Titrationskurve lesen.
- Woche 4: Puffer und Gleichgewichte. Die Henderson-Hasselbalch-Gleichung mit Zahlen aus dem Blut durchrechnen und in eigenen Worten erklären.
- Woche 5: Redox und organische Grundlagen. Oxidationszahlen bestimmen, funktionelle Gruppen sammeln und typische Reaktionen als Tabelle anlegen.
- Woche 6: Mischblock ohne Themenvorgabe, Fehlerliste durcharbeiten, Aufgaben unter Zeitdruck lösen und rechtzeitig schlafen.
Wie gehst du mit einer Fehlerliste vor?
Die Fehlerliste ordnest du nach Ursache, nicht nach Thema. Schreibe zu jeder falsch gelösten Aufgabe, ob der Fehler beim Verständnis, bei der Rechnung oder bei den Einheiten lag. Nach zwei Wochen erkennst du ein Muster, und genau dieses Muster bestimmt, was du als Nächstes übst.
Typisch sind drei Fehlerarten: Einheiten, die mitten in der Rechnung wechseln, vergessene Faktoren beim Verdünnen und Vorzeichenfehler beim Logarithmus. Wer sie kennt, sucht gezielt. Löse deshalb jede Aufgabe mit mitgeschriebenen Einheiten, auch wenn es mühsam wirkt.
Gehe die Liste jeden Sonntag durch und löse zwei Aufgaben aus der Liste noch einmal. Wenn du sie ohne Blick auf die Lösung schaffst, streichst du sie. Eine kürzer werdende Liste ist ein sichtbarer Fortschritt, und sie motiviert mehr als jede Ermahnung.
Wie sieht eine einzelne Lerneinheit in der Chemie aus?
Eine gute Einheit hat drei Phasen. Zuerst liest oder hörst du die Erklärung zu einem Thema, höchstens 20 Minuten lang. Danach rechnest du mindestens vier Aufgaben dazu, ohne in die Lösung zu schauen. Zum Schluss schreibst du auf, welche Aufgabe dir am schwersten fiel und warum.
Das Aufschreiben ist der Teil, den die meisten weglassen. Er kostet drei Minuten und ist der Grund, warum die Fehlerliste überhaupt funktioniert. Ohne sie weißt du nach einer Woche nicht mehr, wo du hängen geblieben bist.
Wenn eine Aufgabe nicht aufgeht, suche den Fehler nicht zuerst in der Formel, sondern in den Einheiten. Rechne die Einheiten getrennt von den Zahlen. Kommt am Ende Mol pro Liter heraus, wo Gramm stehen sollte, siehst du an der Einheit, dass ein Schritt fehlt.
Welches Material brauchst du für die Chemie?
Du brauchst ein Hauptmaterial, das die Themen in der Reihenfolge des Plans erklärt, und eine Aufgabensammlung, aus der du frei wählen kannst. Zusätzlich dienen die Folien und Unterlagen deiner Veranstaltung als verbindliche Quelle für das, was in deinem Kurs wirklich drankommt.
Wenn du ein Hauptmaterial suchst, das allgemeine und organische Chemie bis zur Klausur ordnet, ist der Kurs Chemie für Mediziner mit allgemeiner und organischer Chemie eine Möglichkeit. Er ist ein Kurs für das Selbststudium und ersetzt die Veranstaltungen nicht. Wenn auch Biologie und Physik wackeln, bietet der Vorbereitungskurs mit Chemie, Biologie und Physik alle drei Fächer auf dem Niveau, das ab Woche 1 vorausgesetzt wird.
Weitere Hinweise zu den drei Naturwissenschaften des ersten Studienjahres findest du auf der Seite zu den ersten Klausuren in Greifswald. Dort stehen auch Physik und Biologie.
Wie verhältst du dich in der Woche vor der Klausur?
In der letzten Woche beginnst du nichts Neues. Du löst gemischte Aufgaben, gehst die Fehlerliste durch und wiederholst die Rechenwege, die dir am häufigsten Probleme gemacht haben. Zwei Probeklausuren unter Zeitbegrenzung zeigen dir, wie du mit der Zeit umgehst.
Am Abend vor dem Termin packst du, was du brauchst, und hörst früh auf. Schlaf trägt mehr zum Ergebnis bei als eine weitere Stunde Aufgaben. Wenn dir am Prüfungstag eine Aufgabe nicht einfällt, gehe zur nächsten und komme später zurück. Meist findest du den Zugang, wenn der Kopf zwischendurch etwas anderes bearbeitet hat.
Was kannst du tun, wenn du Chemie in der Schule abgewählt hast?
Auch ohne Chemie-Leistungskurs hilft dir eine ehrliche Bestandsaufnahme in der ersten Woche, Lücken früh zu schließen. Beginne mit Atombau, Periodensystem und dem Rechnen mit Mol, bevor du dich an Säuren und Basen wagst.
Plane in diesem Fall in den Wochen 1 und 2 eine zusätzliche Einheit ein und streiche dafür nichts aus dem späteren Plan. Für die Einordnung von Grundbegriffen eignet sich der Ratgeber Chemie für Mediziner: Themen und Lernweg. Und sprich in der Lerngruppe offen darüber: In fast jeder Gruppe gibt es jemanden, der in einem Fach weniger Vorwissen hat als die anderen.
Das Wichtigste in Kürze
- Beginne sechs Wochen vor dem Termin und plane drei feste Einheiten pro Woche: verstehen, rechnen, abfragen.
- Die meisten Punkte holst du beim Rechnen, nicht bei Definitionen.
- Termin, Form und Gewichtung der Klausur entnimmst du dem Studienplan der Fakultät.
- Eine Fehlerliste nach Ursache zeigt dir, was du als Nächstes übst.
- Puffer und Redox brauchst du später in Biochemie und Physiologie, deshalb lohnt sich Gründlichkeit.
- Ein Kurs ist ein Hauptmaterial für das Selbststudium und ersetzt keine Veranstaltung.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie viel Zeit plane ich pro Woche für die Chemie ein?
Plane feste Einheiten neben den Veranstaltungen ein und passe sie an deinen Stundenplan an. Bei Lücken aus der Schule plane in den ersten zwei Wochen etwas mehr ein.
2. Ist die Chemieklausur in Greifswald schriftlich oder mündlich?
Das legt der Studienplan fest. Bereite dich auf beides vor: Rechenaufgaben löst du schriftlich, Zusammenhänge erklärst du laut in der Lerngruppe.
3. Wo erfahre ich den Termin der Klausur?
Im Stundenplan deines Semesters und in den Informationen des Studiendekanats. Die Erstsemesterinformation auf dem eCampus ist die erste Anlaufstelle.
4. Reicht es, die Folien der Veranstaltung durchzulesen?
Lesen allein reicht in der Chemie selten. Rechne zu jedem Thema Aufgaben und schreibe die Fehler in eine Liste, dann bleibt der Stoff haften.
5. Muss ich organische Chemie vorab lernen?
Für den Einstieg genügt eine Übersicht der funktionellen Gruppen. Die Details lernst du in Woche 5, wenn die Grundlagen sitzen.
6. Hilft eine Lerngruppe in der Chemie?
Ja, vor allem beim Rechnen. Jeder bringt eine Aufgabe mit, die er nicht sofort gelöst hat, und ihr sucht gemeinsam den Rechenweg.
7. Was mache ich, wenn ich die Klausur nicht bestehe?
Die Regeln zu Wiederholungen stehen in der Prüfungsordnung; das Studiendekanat oder das Prüfungsamt hilft bei der Planung. Nutze die Fehlerliste als Grundlage für die Nachbereitung.
Weiterlesen für Greifswald
Medizin 1. Semester in Greifswald, Physikum an der Uni Greifswald, Anatomie in Greifswald sowie Erste Klausuren Medizin in Greifswald.
Passendes Material
- Vorbereitungskurs Medizinstudium – Chemie, Biologie und Physik auf dem Niveau, das ab Woche 1 vorausgesetzt wird (69,90 €)
- Chemie für Mediziner – Allgemeine und organische Chemie bis zur Klausur (19,90 €)
Medizin Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und steht in keiner Verbindung zur Universität Greifswald. Verbindlich sind die Studien- und Prüfungsordnung sowie die Bekanntmachungen der Fakultät.

Kommentare
Noch keine Kommentare — stell gerne deine Frage oder teile deine Erfahrung.
Kommentar hinterlassen
Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.
Danke für deinen Kommentar!
Dein Kommentar wird nach kurzer Prüfung freigeschaltet.