Kurz gesagt: Wenn du die erste Klausur im Medizinstudium in München nicht bestanden hast, verlierst du nicht automatisch ein Semester. Sieh zuerst im Studienplan und in der Prüfungsordnung nach, wie Wiederholungen geregelt sind, und werte dann deine Fehler nach Ursachen aus. Mit einem konkreten Plan bis zum nächsten Termin und einer Beratung an der Fakultät erhöhst du die Chance auf ein Bestehen.
Das Ergebnis steht im Portal, und die Zahl daneben fühlt sich an wie ein Urteil. Vielleicht war es die Online-Prüfung zum Chemie-Praktikum, vielleicht eine andere Prüfung des ersten Studienjahres. In den ersten Stunden danach hilft vor allem eines: nichts überstürzen und erst Fakten sammeln, bevor du Entscheidungen triffst.
Was solltest du in den ersten 24 Stunden tun?
Atme durch und sprich mit jemandem. Ein Nichtbestehen im ersten Studienjahr trifft viele, und es sagt nichts darüber aus, ob du für das Medizinstudium geeignet bist. Die Prüfungen sind anspruchsvoll, und die Umstellung von der Schule fällt vielen schwer.
Danach sammelst du Informationen. Notiere dir, welche Prüfung betroffen ist, ob es einen Wiederholungstermin gibt und welche Unterlagen du für eine Einsicht brauchst. Mehr musst du am ersten Tag nicht tun.
Vermeide in dieser Zeit zwei Reflexe. Der erste ist, sofort Nächte durchzulernen, um den Rückstand aufzuholen. Der zweite ist, die Prüfung innerlich abzuhaken und das Fach zu meiden. Beides kostet Kraft und bringt wenig. Besser ist ein nüchterner Blick: Welche Fragen waren schwer, und wie viel Vorbereitungszeit hattest du tatsächlich?
Wo steht, wie die Wiederholung geregelt ist?
Verbindlich sind Studienordnung, Prüfungsordnung und die Angaben im Campusportal der LMU. Dort findest du, wie viele Versuche du hast, wann der nächste Termin liegt und welche Fristen für Anmeldung und Rücktritt gelten. Verlasse dich nicht auf Gerüchte aus Gruppenchats, auch wenn sie gut gemeint sind.
Bei offenen Fragen wende dich an die Studienberatung der Medizinischen Fakultät oder das Prüfungsamt. Schildere kurz deine Situation und bitte um schriftliche Auskunft zu Terminen und Fristen. Die Fachschaft Medizin kann dir als Anlaufstelle zusätzlich helfen, ersetzt aber keine offizielle Auskunft.
Wie wertest du die Klausur systematisch aus?
Wenn eine Einsicht möglich ist, nutze sie. Sortiere deine Fehler nicht nur nach Themen, sondern nach Ursachen, denn davon hängt ab, was du ändern musst.
Die Tabelle hilft dir, aus der Auswertung eine Maßnahme abzuleiten.
| Fehlerursache | Woran du es merkst | Maßnahme |
|---|---|---|
| Wissenslücke | Thema war dir nicht vertraut | Gezielt nacharbeiten, Karteikarten erstellen |
| Rechenfehler | Ansatz stimmte, Ergebnis nicht | Einheiten mitschreiben, Aufgaben wiederholen |
| Verständnis | Du kannst es erkennen, aber nicht erklären | Laut erklären, Zusammenhänge zeichnen |
| Zeit oder Nervosität | Du kamst nicht bis zum Ende | Probeklausuren unter Zeitlimit |
Wie sieht ein Plan bis zur Nachklausur aus?
Rechne vom Wiederholungstermin rückwärts und teile die verfügbaren Wochen in drei Phasen. Wie lang jede Phase ist, hängt vom Abstand zum Termin ab. Bei wenigen Wochen kürzt du die erste Phase, nicht die Übungsphase.
Für die Naturwissenschaften des ersten Studienjahres lohnt ein Blick auf den Vorbereitungskurs für Chemie, Biologie und Physik, der Chemie, Biologie und Physik auf Studienniveau behandelt. Ein Überblick über die Prüfungslage insgesamt steht auf der Seite zu den ersten Klausuren in München.
- Phase 1: Lücken schließen. Die Fehlerliste abarbeiten, jedes Thema einmal laut erklären.
- Phase 2: Üben. Aufgaben und Fragen zu den Schwächen, jeden Tag ein kleiner Block.
- Phase 3: Simulieren. Zwei vollständige Durchgänge unter Prüfungsbedingungen mit Zeitlimit.
- Letzte Tage: Fehlerliste wiederholen, nichts Neues beginnen, früh ins Bett.
Was tun, wenn es speziell mit der Chemie nicht geklappt hat?
Chemie scheitert oft am Rechnen. Beginne mit den Stoffmengenaufgaben und arbeite dich zu Säure-Base und Redox vor. Der Kurs Chemie für Mediziner bis zur Klausur führt von der allgemeinen zur organischen Chemie.
Bleibe bei einem Hauptmaterial und wechsle nicht ständig. Wer Quellen im Wochenrhythmus tauscht, verliert Zeit mit Einarbeitung statt mit Üben.
Rechne jede Aufgabe zweimal: einmal mit Hilfe der Lösung, einmal am nächsten Tag ohne. Was beim zweiten Mal wieder hakt, kommt auf die Fehlerliste. So bleibt das Üben gezielt und überschaubar, und du siehst Woche für Woche, welche Themen schon sitzen.
Wie gehst du mit Prüfungsangst und Druck um?
Ein Nichtbestehen löst oft Sorge vor dem zweiten Versuch aus. Das ist verständlich. Hilfreich sind feste Routinen, ausreichend Schlaf, Bewegung und ein Plan, der Pausen enthält. Weitere Hinweise findest du im Ratgeber Prüfungsangst in der Prüfungsphase begegnen.
Wenn der Druck dich dauerhaft belastet, sprich mit der Studienberatung oder einer Beratungsstelle für Studierende. Das ist kein Zeichen von Schwäche, sondern eine kluge Entscheidung. Plane nach dem Gespräch einen konkreten nächsten Schritt mit Datum, damit aus dem Rat eine Handlung wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein Nichtbestehen bedeutet nicht automatisch ein verlorenes Semester.
- Studienplan, Prüfungsordnung und Campusportal regeln Versuche und Fristen verbindlich.
- Ordne Fehler nach Ursachen, dann findest du die passende Maßnahme.
- Rechne den Plan vom Wiederholungstermin rückwärts und simuliere zweimal die Prüfung.
- Studienberatung und Fachschaft sind Anlaufstellen, wenn du unsicher bist.
Häufig gestellte Fragen
1. Verliere ich ein Semester, wenn ich eine Klausur wiederholen muss?
Das hängt von der Prüfung und der Regelung im Studienplan ab. Ob und wann Wiederholungen möglich sind, klärst du mit dem Prüfungsamt und der Studienberatung.
2. Darf ich meine Klausur einsehen?
Die Möglichkeit zur Einsicht regelt die Prüfungsordnung. Wenn sie besteht, nutze sie, denn die Fehler zu sehen ist die beste Grundlage für die Wiederholung.
3. Soll ich sofort mit dem Lernen für die Nachklausur anfangen?
Gönne dir ein bis zwei Tage Abstand. Danach beginnt der Plan mit der Auswertung, nicht mit neuem Stoff.
4. Lohnt es sich, die Lerngruppe zu wechseln?
Nicht automatisch. Prüfe, ob die Gruppe regelmäßig abfragt und Fehler bespricht. Wenn nicht, ändere die Form, bevor du die Menschen wechselst.
5. Wen kann ich an der LMU um Rat fragen?
Die Studienberatung der Medizinischen Fakultät, das Prüfungsamt und die Fachschaft Medizin.
6. Wie viel Zeit sollte ich täglich einplanen?
Das hängt vom Abstand zum Termin ab. Wichtiger als lange Tage ist ein Rhythmus aus Lernen, Üben und Pausen, den du über mehrere Wochen halten kannst.
Weiterlesen für München
Medizin 1. Semester in München, Physikum an der LMU München, Anatomie in München sowie Erste Klausuren Medizin in München.
Passendes Material
- Vorbereitungskurs Medizinstudium – Chemie, Biologie und Physik auf dem Niveau, das ab Woche 1 vorausgesetzt wird (69,90 €)
- Chemie für Mediziner – Allgemeine und organische Chemie bis zur Klausur (19,90 €)
Medizin Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und steht in keiner Verbindung zur Ludwig-Maximilians-Universität München. Verbindlich sind die Studien- und Prüfungsordnung sowie die Bekanntmachungen der Fakultät.

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