Kurz gesagt: Für den zweiten Physikumsversuch wiederholst du nur den nicht bestandenen Teil und wirst vom Landesprüfungsamt automatisch zum nächsten Termin geladen. Jeder Teil darf zweimal wiederholt werden. Entscheidend ist, nicht einfach mehr vom Gleichen zu lernen: Werte aus, in welchen Stoffgebieten die Punkte gefehlt haben, baue diese gezielt auf und miss deinen Stand regelmäßig unter echten Prüfungsbedingungen.
Der Bescheid ist da, und es hat nicht gereicht. Nach dem ersten Schreck kommt meist der Impuls, sofort wieder alles von vorne zu lesen. Genau das solltest du nicht tun. Wer beim zweiten Versuch besteht, hat in der Regel nicht mehr gelernt, sondern anders.
Was gilt formal beim zweiten Physikumsversuch?
Du wiederholst nur den Teil, den du nicht bestanden hast, und wirst vom Landesprüfungsamt von Amts wegen zum nächsten Termin geladen. Eine neue Anmeldung ist dafür in der Regel nicht nötig. Jeder Teil des Ersten Abschnitts darf nach § 20 der Approbationsordnung zweimal wiederholt werden.
Hast du die Mündliche bestanden und die Schriftliche nicht, bleibt die mündliche Note erhalten. Umgekehrt gilt dasselbe. Eine bestandene Prüfung darfst du nicht wiederholen, um die Note zu verbessern. Den genauen Ablauf für Wiederholer beschreibt dein Landesprüfungsamt, etwa das Landesprüfungsamt Baden-Württemberg.
Wichtig für die Planung: Bei Wiederholungsprüfungen ist eine Rücknahme ohne Grund meist nicht möglich. Wenn du den nächsten Termin nicht wahrnehmen kannst, brauchst du einen genehmigten wichtigen Grund.
Wie wertest du deinen ersten Versuch richtig aus?
Zähle deine Fehler getrennt nach den vier Stoffgebieten und vergleiche sie mit der Fragenzahl. Erst dann siehst du, wo die Punkte wirklich fehlen. Viele stellen fest, dass zwei Fächer fast die ganze Lücke erklären.
| Stoffgebiet | Fragen | 60 Prozent davon | Deine Punkte | Abstand |
|---|---|---|---|---|
| I: Physik und Physiologie | 80 | 48 | eintragen | berechnen |
| II: Chemie und Biochemie | 80 | 48 | eintragen | berechnen |
| III: Biologie und Anatomie | 100 | 60 | eintragen | berechnen |
| IV: Psychologie und Soziologie | 60 | 36 | eintragen | berechnen |
Schau danach auf die Art der Fehler. Wusstest du den Stoff nicht, hast du ihn verwechselt oder lief dir die Zeit davon? Fehlendes Wissen löst du mit Lernen, Verwechslungen mit Vergleichstabellen, Zeitprobleme mit Training unter Echtzeit. Jede Ursache braucht eine andere Maßnahme.
Was muss sich am Lernplan ändern?
Der neue Plan sollte den Schwerpunkt auf aktives Abrufen legen statt auf erneutes Lesen. Wer beim ersten Mal viel gelesen und wenig gekreuzt hat, verschiebt das Verhältnis jetzt deutlich. Fragen zeigen dir sofort, was du abrufen kannst und was nur bekannt aussieht.
- Lege für jedes schwache Fach fest, welche Themen du neu aufbauen musst, und arbeite sie mit einem einzigen Skript durch.
- Kreuze vom ersten Tag an, auch in Fächern, die du noch aufbaust, und schreib Fehler in ein Fehlerheft.
- Wiederhole das Fehlerheft wöchentlich, bis die Fragen sitzen.
- Mach alle drei bis vier Wochen eine Probeklausur über 160 Fragen in vier Stunden.
- Plane die letzten drei Wochen nur noch für Wiederholung, Probeexamen und Erholung.
Zwischen einem Herbst- und einem Frühjahrstermin liegen rund sieben Monate, zwischen Frühjahr und Herbst etwa fünf. Beides reicht für einen gründlichen Umbau, wenn du in den ersten Wochen nach dem Ergebnis eine kurze Pause machst und dann mit Plan startest.
Wie kreuzt du gezielter als beim ersten Mal?
Kreuze in Blöcken nach Fach, solange du ein Thema aufbaust, und wechsle später zu gemischten Blöcken. Gemischte Fragen trainieren das, was in der Prüfung passiert: schnelles Umschalten zwischen Themen. Gleiche nach jedem Block deine Antworten mit dem Lösungsschlüssel ab. Schlag jedes Thema, bei dem du falsch lagst oder nur geraten hast, in deinem Kurs oder Skript nach, auch wenn die Antwort am Ende richtig war.
Für die Fächer mit dem größten Abstand eignen sich die Einzelpakete mit 250 Fragen, etwa die 250 Anatomie-MC-Fragen fürs Physikum oder die 250 Biochemie-MC-Fragen. Beide enthalten am Ende einen Lösungsschlüssel, mit dem du deine Antworten prüfst. Für die Standortbestimmung über alle großen Fächer eignet sich eine Simulation mit gemischten Fragen aus allen vier Stoffgebieten. Notiere bei jedem Durchgang den Prozentwert und beobachte den Trend über die Wochen.
Achte beim Kreuzen auch auf deine Zeit. Wenn du im ersten Versuch am Ende Fragen raten musstest, trainiere gezielt Blöcke von 40 Fragen in 60 Minuten. So bekommst du ein Gefühl für das Tempo, ohne dass jede Übung gleich vier Stunden dauert.
Ein realistisches Ziel sind stabile 65 Prozent in den Probeklausuren. Dann hast du genug Abstand, auch wenn die Bestehensgrenze nicht nach unten gleitet.
Wie gehst du mental mit dem Nichtbestehen um?
Nicht zu bestehen ist häufiger, als es sich anfühlt. Im Herbst 2026 haben laut IMPP 736 von 7.385 Teilnehmenden den schriftlichen Teil nicht bestanden, also rund jede zehnte Person. Du bist mit dieser Situation also keineswegs allein.
Sprich mit jemandem darüber, statt es zu verstecken. Viele Fakultäten haben Mentoring-Angebote oder eine psychologische Beratung für Studierende. Wenn Prüfungsangst ein Teil des Problems war, lohnt es sich, das jetzt anzugehen und nicht erst kurz vor dem nächsten Termin.
Einen ausführlichen Plan für den nächsten Versuch mit Material nach Fächern findest du auf unserer Seite Physikum nicht bestanden: so bestehst du den nächsten Versuch.
Das Wichtigste in Kürze
- Du wiederholst nur den nicht bestandenen Teil und wirst automatisch zum nächsten Termin geladen.
- Jeder Teil des Physikums darf zweimal wiederholt werden.
- Werte deine Fehler nach Stoffgebiet und Fehlerart aus, bevor du neu planst.
- Verschiebe das Verhältnis von Lesen zu Kreuzen deutlich in Richtung Kreuzen.
- Ziel sind stabile 65 Prozent in Probeklausuren unter Echtzeit.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie oft darf man das Physikum wiederholen?
Jeder Teil des Physikums darf zweimal wiederholt werden, du hast also insgesamt drei Versuche pro Teil. Eine weitere Wiederholung ist auch nach einem neuen Studium nicht zulässig.
2. Muss ich mich für den zweiten Versuch neu anmelden?
In der Regel nicht. Das Landesprüfungsamt lädt dich von Amts wegen zum nächsten Prüfungstermin.
3. Muss ich die Mündliche wiederholen, wenn ich nur schriftlich durchgefallen bin?
Nein, du wiederholst nur den nicht bestandenen Teil. Die bestandene Mündliche und ihre Note bleiben erhalten.
4. Wie viel Zeit habe ich bis zum zweiten Versuch?
Zwischen Herbst- und Frühjahrstermin liegen etwa sieben Monate, zwischen Frühjahr und Herbst etwa fünf. Beides reicht für einen gezielten Umbau des Lernplans.
5. Wie viele fallen beim Physikum durch?
Im Herbst 2026 haben laut IMPP rund 10 Prozent aller Teilnehmenden den schriftlichen Teil nicht bestanden. Unter den Erstschreibenden nach Mindeststudienzeit waren es 4 Prozent.
6. Kann ich den zweiten Versuch verschieben?
Nur mit einem wichtigen Grund, den das Landesprüfungsamt genehmigt. Ohne Genehmigung zählt der Termin als weiterer Fehlversuch.
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Passendes Material
- Physikum Prüfungssimulation – 1000 Fragen für regelmäßige Standortbestimmungen bis zum nächsten Termin (49,99 €)
- Anatomie MC-Fragen – 250 Anatomie-Fragen für das Stoffgebiet mit den meisten Aufgaben (19,99 €)
- Biochemie MC-Fragen – 250 Biochemie-Fragen für gezieltes Training in Stoffgebiet II (19,99 €)
Medizin Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und steht in keiner Verbindung zum IMPP, zu den Landesprüfungsämtern oder zu einzelnen Universitäten. Verbindlich sind die Approbationsordnung für Ärzte, die Bekanntmachungen des IMPP und die Hinweise deines zuständigen Landesprüfungsamts.

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