Resorptive und postresorptive Phase: Stoffwechsel nach der Mahlzeit und im Fasten
Kurz gesagt: In der resorptiven Phase nach einer Mahlzeit dominiert Insulin. Leber, Muskel und Fettgewebe nehmen Substrate auf und speichern sie als Glykogen, Triacylglycerin und Protein. In der postresorptiven Phase sinkt Insulin, Glucagon steigt. Die Leber gibt Glucose ab, das Fettgewebe Fettsäuren und Glycerol, der Muskel stellt auf Fettverbrennung um. Mehrere Organe und Substratströme werden dabei koordiniert umgestellt.
Physikum Biochemie
Speichern vs. mobilisieren
Modul 1 im Lernheft
Lernheft Fasten & Nahrung18 Module von Insulin bis Harnstoffzyklus mit Fallfragen und Selbsttest. Zum passenden Material
Viele Physikumsfragen zum Intermediärstoffwechsel lassen sich mit einer einzigen Vorfrage lösen: Befindet sich der Organismus gerade nach einer Mahlzeit oder im Fasten? Ist das klar, ergeben sich die Antworten zu Glykogen, Gluconeogenese, Lipolyse und Ketonkörpern fast von selbst. Diese Seite zeigt dir die beiden Zustände nebeneinander und erklärt, warum ein einzelner Stoffwechselpfeil für das Fasten nicht ausreicht.
Glucoseaufnahme über GLUT4, Glykogensynthese, Proteinsynthese
Fettsäure- und später Ketonkörperoxidation, Abgabe von Alanin und Glutamin
Fettgewebe
Aufnahme von Fettsäuren aus Lipoproteinen, Triacylglycerinsynthese
Lipolyse, Abgabe von Fettsäuren und Glycerol
Gehirn
Glucose
Glucose, bei längerem Fasten zunehmend Ketonkörper
Erythrozyt
Glucose
Glucose, bleibt glucoseabhängig
Warum genügt ein einzelner Stoffwechselpfeil nicht?
Insulin und seine Gegenspieler verändern nicht nur den Blutzucker. Sie stellen gleichzeitig Kohlenhydrat-, Fett- und Proteinstoffwechsel in mehreren Organen um. Wer Fasten nur als „Glykogenabbau“ lernt, übersieht die Lipolyse, die Gluconeogenese aus Laktat, Alanin und Glycerol und die spätere Ketonkörpernutzung. Im Lernheft lautet die Antwort auf diese Fallfrage: Mehrere Organe und Substratströme werden koordiniert umgestellt.
Nahrung: liefert Substrate, die verteilt werden müssen
Insulin: fördert Aufnahme und Speicherung
Fasten: erfordert Mobilisierung der Reserven
Organe: teilen sich die Arbeit nach ihrer Ausstattung
Lernheft 12
Biochemie: Fasten & Nahrung
Der Intermediärstoffwechsel in 18 Modulen, jeweils mit Erklärseite, Fallfrage und Auflösung mit Abrufcheck.
Insulin, Glucagon und Glykogen
Gluconeogenese, Lipolyse, Betaoxidation und Ketonkörper
Insulin aus den Betazellen ist das einzige Hormon, das den Blutzucker senkt. Glucagon aus den Alphazellen wirkt vor allem an der Leber. Adrenalin wirkt bei akuter Belastung auf Leber, Muskel und Fettgewebe, Cortisol fördert bei längerem Fasten die Bereitstellung von Aminosäuren für die Gluconeogenese. Entscheidend ist oft weniger der Absolutwert eines Hormons als das Verhältnis von Insulin zu Glucagon.
Typische Verwechslung
Stoffwechselzustände sind dynamisch. Es gibt keinen Schalter, der nach einer festen Stundenzahl umlegt. Resorptiv und postresorptiv überlappen, und je nach Mahlzeit, Aktivität und Person verschieben sich die Übergänge.
Wie lernst du die beiden Phasen am besten?
Zeichne vier Kästchen für Leber, Muskel, Fettgewebe und Gehirn und verbinde sie mit dem Blut in der Mitte. Trage zuerst alle Pfeile für die resorptive Phase ein, auf einem zweiten Blatt alle für die postresorptive Phase. Beschrifte jeden Pfeil mit Substrat und Hormon. Diese zwei Blätter ersetzen dir viele Seiten Skript und sind die beste Vorbereitung für Organvergleichsfragen.
Häufig gestellte Fragen
1. Was ist die resorptive Phase?
Die Zeit nach einer Mahlzeit, in der Nährstoffe aufgenommen werden. Insulin dominiert, Substrate werden gespeichert.
2. Was passiert in der postresorptiven Phase?
Insulin sinkt, Glucagon steigt. Die Leber gibt Glucose ab, das Fettgewebe mobilisiert Fettsäuren und Glycerol.
3. Welches Organ hält im Fasten den Blutzucker stabil?
Vor allem die Leber, zunächst über Glykogenolyse und danach über Gluconeogenese. Bei längerem Fasten trägt auch die Niere bei.
4. Warum nimmt der Muskel nach dem Essen mehr Glucose auf?
Insulin führt zum Einbau von GLUT4 in die Zellmembran. So steigt die Glucoseaufnahme in Muskel und Fettgewebe.
5. Ab wann beginnt die postresorptive Phase?
Grob einige Stunden nach der Mahlzeit. Der Übergang ist fließend und hängt von Mahlzeit, Aktivität und Person ab.
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