Kurz gesagt: In der Erstiwoche Medizin in Oldenburg zählen vor allem drei Dinge: Zugänge und Stundenplan funktionieren, du lernst die Menschen kennen, mit denen du die zehnwöchigen Module teilst, und du legst von Tag eins an feste Nacharbeitszeiten fest. Was die Fakultät in dieser Woche konkret anbietet, nennt sie selbst bei der Einführung. Fachlich musst du in dieser Woche noch nichts können, organisatorisch schon einiges.
Du stehst am ersten Tag in einem Hörsaal oder in einem Seminarraum und hast gleichzeitig drei Fragen im Kopf: Wo muss ich als Nächstes hin, wer sind die anderen in meiner Gruppe, und wann soll ich das alles lernen? In einem Modellstudiengang mit problemorientierten Tutorien und frühen Patientenkontakten wirkt die erste Woche oft ungewohnter als in einem klassischen Studienplan. Genau deshalb lohnt es sich, sie bewusst als Organisationswoche zu behandeln.
Was passiert in der Erstiwoche in Oldenburg?
Welche Veranstaltungen in der Einführungswoche stattfinden, legt die Fakultät fest und teilt es dir mit der Zulassung und im Stundenplan mit. Verlass dich auf diese Mitteilungen und auf die Seite der Universität, nicht auf Hörensagen aus älteren Jahrgängen, denn die Abläufe ändern sich von Jahr zu Jahr.
Bekannt ist der Rahmen: Das Studium in Oldenburg ist ein Modellstudiengang mit integriertem Curriculum, in den ersten drei Jahren folgen je vier Module von zehn Wochen aufeinander. Zum Wintersemester 2026/27 sollen laut Uni Oldenburg jährlich 200 Studierende aufgenommen werden. Einen Überblick über das ganze erste Semester findest du auf der Erstsemester-Seite für Medizin in Oldenburg.
Was erledigst du in den ersten Tagen unbedingt?
Zuerst die Technik und die Formalien, denn alles andere hängt daran. Wenn der Zugang zum Uni-Account, zum Lernportal und zum Stundenplan fehlt, verpasst du Raumwechsel und Mitteilungen, die in der ersten Woche wichtig sind.
Danach kommen die Dinge, die dir später Zeit sparen. Die Liste unten ist absichtlich kurz, damit du sie wirklich in zwei oder drei Tagen abarbeiten kannst.
- Uni-Account, E-Mail-Adresse und Lernplattform einrichten und einmal testen.
- Den Stundenplan für die ersten Wochen in deinen Kalender übertragen, inklusive Gruppen- und Tutoriumsterminen.
- Herausfinden, wer deine Ansprechpartner im Studiendekanat und in der Studienberatung sind.
- Die Bibliothek besuchen und klären, welche Lehrbücher du dort ausleihen oder digital nutzen kannst.
- Dir die Wege zwischen den Gebäuden einmal ablaufen, bevor es eng getaktet wird.
- Einen festen täglichen Zeitblock für die Nacharbeit festlegen und im Kalender eintragen.
Welche Termine darfst du auf keinen Fall verpassen?
Alles, was als verpflichtend ausgewiesen ist, gehört in den Kalender, bevor du ihn für Freizeit nutzt. Dazu zählen Einführungsveranstaltungen, Gruppeneinteilungen und mögliche Sicherheitsbelehrungen. Ob und wo es Anwesenheitspflicht gibt, steht im Studienplan der Fakultät; im Zweifel fragst du am ersten Tag nach.
Verpassen darfst du dagegen manches Rahmenprogramm, ohne etwas zu verlieren. Kennenlernabende und Stadtführungen sind nett, aber sie ersetzen nicht den Schlaf vor einem frühen Seminar. Wähle ein bis zwei Angebote aus, die dir wirklich liegen, und lass den Rest aus.
Wie findest du in der ersten Woche deine Leute?
Im Oldenburger Modell arbeitest du laut Fachartikel von 2019 früh in kleinen Gruppen und in problemorientierten Tutorien. Das heißt, dass du schneller als in anderen Studiengängen auf Kommilitoninnen angewiesen bist. Sprich in der ersten Woche gezielt Menschen an, mit denen du ohnehin im Raum sitzt, und tausche Kontaktdaten aus.
Eine Lerngruppe musst du in dieser Woche noch nicht gründen. Es reicht, wenn du zwei, drei Personen kennst, mit denen du dich in Woche zwei oder drei zum Abfragen treffen kannst. Mehr dazu, wie du deinen Wissensstand ehrlich einschätzt, steht im Ratgeber zum ersten Semester im Medizinstudium.
Wie startest du einen Lernrhythmus, der hält?
Der häufigste Fehler der ersten Wochen ist, die Nacharbeit aufzuschieben, weil noch nichts Prüfungsrelevantes ansteht. Dabei entsteht der Rückstand genau dort: Zehnwöchige Module ziehen schnell an, und was in Woche zwei nicht sitzt, fehlt in Woche sechs.
Praktisch bedeutet das: Am Tag der Vorlesung oder des Tutoriums wiederholst du noch am selben Abend 30 bis 45 Minuten, schreibst offene Fragen auf und klärst sie am nächsten Tag. Wenn du Chemie, Biologie oder Physik in der Schule abgewählt hast, plane dafür zusätzlich einen festen Block ein, zum Beispiel mit dem Vorbereitungskurs für Chemie, Biologie und Physik, der die Grundlagen auf dem Niveau bündelt, das ab Woche 1 vorausgesetzt wird.
Wie viel Fachwissen brauchst du schon in der ersten Woche?
Für die Erstiwoche selbst praktisch keines. Du musst nichts vorab auswendig können, und wer vor dem Start nichts gelernt hat, ist deshalb nicht im Rückstand. Wie sich der Einstieg am besten vorbereiten lässt, beschreibt der Ratgeber Vorbereitung vor dem Medizinstudium.
Sinnvoll ist trotzdem, die Grundlagen in Chemie und Physik aufzufrischen und zu wissen, wie du dir Fachbegriffe merkst. Wer langfristig plant, schaut sich schon jetzt den Vorklinik Premium Komplettkurs an: Er umfasst die sieben vorklinischen Fächer plus Terminologie und ist als Hauptmaterial gedacht, das du über mehrere Module nutzen kannst. Das ist kein Muss für die erste Woche, nur eine Option für die Zeit danach.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Erstiwoche in Oldenburg ist vor allem eine Organisationswoche: Zugänge, Stundenplan, Ansprechpartner.
- Was die Fakultät an Einführung anbietet, nennt sie selbst; verlass dich auf Mitteilungen der Uni, nicht auf Gerüchte.
- Verpflichtende Termine gehören zuerst in den Kalender, Rahmenprogramm wählst du gezielt aus.
- In kleinen Gruppen und Tutorien brauchst du früh Kontakte, eine feste Lerngruppe kann bis Woche drei warten.
- Lege ab dem ersten Tag einen festen Nacharbeitsblock fest, am besten am selben Abend wie die Veranstaltung.
Häufig gestellte Fragen
1. Muss ich zur Einführungswoche in Oldenburg unbedingt erscheinen?
Wo die Anwesenheit verpflichtend ist, steht in der Einladung und im Studienplan der Fakultät. Plane vorsichtshalber alle Einführungstermine fest ein, bis du es schriftlich anders weißt.
2. Muss ich vor dem Studienstart schon Chemie oder Biologie gelernt haben?
Für die erste Woche nicht. Wer Schulwissen auffrischen möchte, tut sich in den ersten Modulen leichter, vor allem bei abgewählten Fächern. Ob die Fakultät vor Vorlesungsbeginn Angebote macht, steht in deinen Zulassungsunterlagen.
3. Wann soll ich eine Lerngruppe gründen?
Dafür reichen Woche zwei oder drei. Erst brauchst du einen Eindruck davon, wie schnell die Module laufen und wer ähnlich arbeitet wie du.
4. Wo finde ich offizielle Informationen zum Studiengang?
Die Uni Oldenburg beschreibt den Studiengang Humanmedizin auf ihrer eigenen Seite, zum Beispiel unter Humanmedizin Staatsexamen der Uni Oldenburg. Konkrete Termine kommen per Mail und über den Stundenplan.
5. Wie viel Zeit solltest du in der ersten Woche zum Lernen einplanen?
Ein fester Block von 30 bis 45 Minuten pro Tag reicht für den Anfang. Wichtiger als die Länge ist, dass der Block jeden Tag zur gleichen Zeit stattfindet.
Weiterlesen für Oldenburg
Medizin 1. Semester in Oldenburg, Prüfungen Modellstudiengang Oldenburg, Anatomie in Oldenburg sowie Erste Klausuren Medizin in Oldenburg.
Passendes Material
- Vorbereitungskurs Medizinstudium – Chemie, Biologie und Physik auf dem Niveau, das ab Woche 1 vorausgesetzt wird (69,90 €)
- Vorklinik Premium Komplettkurs – Sieben vorklinische Fächer plus Terminologie, optional mit 1.000 Prüfungsfragen (ab 179,90 €)
Medizin Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und steht in keiner Verbindung zur Carl von Ossietzky Universität Oldenburg. Verbindlich sind die Studien- und Prüfungsordnung sowie die Bekanntmachungen der Fakultät.

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