Ein positiver HPV-Test bedeutet, dass am Gebärmutterhals humane Papillomviren nachgewiesen wurden. Das ist kein Krebsbefund und kein Beweis dafür, dass sich Zellen bereits verändert haben. HPV-Infektionen sind häufig und heilen bei den meisten Frauen innerhalb von ein bis zwei Jahren von selbst wieder aus. Entscheidend ist deshalb der weitere Verlauf: Ob der Virusnachweis bestehen bleibt und ob der Zellabstrich auffällig ist, bestimmt die nächsten Schritte.
Das Wichtigste in Kürze
- Ein positiver HPV-Test zeigt eine Infektion an, keine Krebserkrankung.
- Die meisten Infektionen verschwinden ohne Behandlung wieder.
- Erst die Kombination aus Virusnachweis und Zellabstrich ergibt ein Bild.
- Je nach Befund folgt eine Kontrolle nach etwa zwölf Monaten oder eine Abklärung mit dem Kolposkop.
- Blutungen außerhalb der Regel oder nach dem Geschlechtsverkehr gehören unabhängig vom Kontrolltermin abgeklärt.
Was der Test misst und was nicht
Beim HPV-Test wird Material vom Gebärmutterhals auf Erbmaterial humaner Papillomviren untersucht. Unterschieden werden Typen mit niedrigem und mit hohem Risiko. Nur die Hochrisikotypen können über viele Jahre hinweg Zellveränderungen begünstigen, aus denen sich in seltenen Fällen Gebärmutterhalskrebs entwickelt.
Der Test sagt nichts darüber aus, wann du dich angesteckt hast. Viren können lange unbemerkt bleiben und erst Jahre später nachweisbar werden. Ein positiver Befund erlaubt deshalb keinen Rückschluss auf eine bestimmte Beziehung oder einen bestimmten Zeitpunkt.
Er sagt auch nichts darüber aus, ob deine Zellen bereits verändert sind. Dafür ist der Zellabstrich zuständig, bei dem die Zellen unter dem Mikroskop beurteilt werden. Ein positiver Virusnachweis bei unauffälligen Zellen ist eine völlig andere Situation als ein positiver Nachweis mit auffälligem Abstrich.
Wie es nach dem Befund weitergeht
Kontrolle nach etwa zwölf Monaten
Ist der Zellabstrich unauffällig und nur der HPV-Test positiv, ist eine Kontrolle nach rund einem Jahr der übliche Weg. In dieser Zeit klärt sich die Infektion bei vielen Frauen von selbst. Bleibt der Test danach weiterhin positiv, folgt in der Regel eine weitergehende Abklärung.
Abklärung mit dem Kolposkop
Zeigt der Zellabstrich Auffälligkeiten oder besteht die Infektion fort, wird eine Vorstellung in einer Dysplasiesprechstunde empfohlen. Dort wird der Muttermund mit einer speziellen Lupe betrachtet, und es kann gezielt eine kleine Gewebeprobe entnommen werden. Die Untersuchung dauert wenige Minuten und ist für die meisten Frauen gut auszuhalten.
Wenn Zellveränderungen gefunden werden
Leichte Veränderungen bilden sich häufig von selbst zurück und werden zunächst in Abständen kontrolliert. Ausgeprägtere Veränderungen werden behandelt, meist durch eine kleine Gewebeentnahme am Muttermund. Auch nach einer Behandlung bleiben regelmäßige Kontrollen wichtig, weil sich Veränderungen erneut entwickeln können.
Was du selbst beeinflussen kannst
Am wichtigsten ist, die vereinbarten Kontrolltermine tatsächlich wahrzunehmen. Die Vorsorge wirkt vor allem dadurch, dass Veränderungen früh erkannt und behandelt werden, lange bevor überhaupt Beschwerden entstehen.
Rauchen gilt als Faktor, der das Ausheilen einer Infektion erschwert. Ein Rauchstopp ist deshalb ein sinnvoller Schritt, auch wenn er sich nicht von heute auf morgen umsetzen lässt. Kondome senken das Übertragungsrisiko, schließen es aber nicht vollständig aus, weil auch Hautkontakt außerhalb des bedeckten Bereichs eine Rolle spielt.
Die HPV-Impfung schützt vor einer Infektion mit den wichtigsten Hochrisikotypen. Ob sie in deiner Situation noch sinnvoll ist, besprichst du am besten in deiner Praxis. Eine bestehende Infektion behandelt sie nicht.
Wann du ärztlichen Rat suchen solltest
Unabhängig vom nächsten Kontrolltermin solltest du dich vorstellen bei Blutungen außerhalb der Regel, Blutungen nach dem Geschlechtsverkehr, ungewöhnlichem oder übelriechendem Ausfluss sowie anhaltenden Schmerzen im Unterbauch. Diese Beschwerden haben oft harmlose Ursachen, gehören aber ärztlich eingeordnet.
Bei starken, nicht stillbaren Blutungen, Kreislaufproblemen oder plötzlich einsetzenden heftigen Unterbauchschmerzen wähle 112. Außerhalb der Sprechzeiten hilft der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 weiter.
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Häufige Fragen
Bedeutet ein positiver HPV-Test, dass ich Krebs habe?
Nein. Der Test weist ausschließlich Viren nach, nicht Krebszellen. Zwischen einer Infektion und einer möglichen Krebserkrankung liegen in der Regel viele Jahre, in denen Veränderungen erkannt und behandelt werden können. Genau darauf zielt die Vorsorge ab.
Wie lange dauert es, bis eine HPV-Infektion ausheilt?
Bei den meisten Frauen ist das Virus nach ein bis zwei Jahren nicht mehr nachweisbar. Deshalb wird bei unauffälligem Zellabstrich zunächst abgewartet und kontrolliert. Bleibt der Nachweis darüber hinaus bestehen, spricht man von einer persistierenden Infektion, die genauer abgeklärt wird.
Muss mein Partner oder meine Partnerin sich testen lassen?
Ein routinemäßiger Test für Partnerinnen und Partner ist nicht vorgesehen, weil sich daraus keine Behandlung ableiten würde. HPV ist sehr verbreitet, und ein Nachweis erlaubt keine Aussage über den Ansteckungsweg. Bei sichtbaren Hautveränderungen im Genitalbereich ist eine ärztliche Vorstellung sinnvoll.
Kann ich mich trotz positivem Test noch impfen lassen?
Die Impfung wirkt vorbeugend gegen Typen, mit denen du dich noch nicht angesteckt hast, und beseitigt eine bestehende Infektion nicht. Ob sie für dich sinnvoll ist, hängt von Alter und Vorgeschichte ab und wird individuell besprochen. Die Kontrolluntersuchungen ersetzt sie nicht.
Muss ich beim Sex etwas beachten?
Es gibt kein Verbot, sexuell aktiv zu sein. Kondome senken das Übertragungsrisiko, bieten aber keinen vollständigen Schutz. Nach einer Gewebeentnahme oder einem Eingriff am Muttermund gelten die Empfehlungen, die dir in der Praxis oder Klinik genannt werden.
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Hinweis: Dieser Beitrag dient der allgemeinen Gesundheitsinformation und ersetzt keine ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung. Bei akuten Warnzeichen gilt 112, bei dringlichen, nicht lebensbedrohlichen Beschwerden in Deutschland 116117.
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