Direkt zum Inhalt
Medizin-Helden Newsletter

10 % Willkommensvorteil sichern

Lernupdates, neue Kurse und passende Inhalte für deinen Fachbereich.

★★★★★ 4,9 / 5 · 1.000+ Bestellungen
✓10 % Willkommensrabatt nach bestätigtem Double-Opt-In.
✓Passende Lernupdates statt allgemeiner Newsletter-Inhalte.
✓Jederzeit abmeldbar und DSGVO-konform.
Dein Lernbereich *
Bitte wähle deinen Lernbereich aus.
Bitte Vorname, gültige E-Mail-Adresse und Zustimmung angeben.
Der Rabattcode wird erst nach Bestätigung deiner E-Mail-Adresse versendet.
📬

Fast geschafft!

Bitte bestätige jetzt deine Newsletter-Anmeldung in deinem E-Mail-Postfach. Danach erhältst du deinen persönlichen 10-%-Code.

🧬 Vorklinik & Physikum · 7 Min. Lesezeit

Vegetatives Nervensystem: Sympathikus, Parasympathikus und ihre Rezeptoren

Sympathikus, Parasympathikus, Transmitter und Rezeptoren so geordnet, dass du jede Organwirkung im Physikum herleiten kannst.

Medizin-Helden Redaktion
Medizinische Lerninhalte, Kurse und Prüfungsvorbereitung
Titelbild Physiologie-Kurs fürs Physikum

Kurz gesagt: Der Sympathikus entspringt thorakolumbal, der Parasympathikus kraniosakral. Präganglionär arbeiten beide mit Acetylcholin an nikotinischen Rezeptoren, postganglionär nutzt der Sympathikus fast überall Noradrenalin, der Parasympathikus Acetylcholin an muskarinischen Rezeptoren. Wer zu jedem Rezeptor sein G-Protein und zwei, drei Organwirkungen kennt, löst die meisten Physikumsfragen zu diesem Thema durch Herleiten statt Auswendiglernen.

Das vegetative Nervensystem taucht im Physikum in Physiologie, Anatomie und Biochemie auf, oft in derselben Frage. Mal ist es ein Ganglion im Kopf, mal ein Second Messenger, mal ein Medikament, das die Studierenden aus der Pharmakologie noch gar nicht kennen sollen, aber über den Rezeptor ableiten können. Bis zum schriftlichen Physikum im März 2027 lohnt es sich, dieses Kapitel einmal sauber zu ordnen, weil es später im M2 in Pharmakologie und Innerer Medizin wiederkommt.

Wo entspringen Sympathikus und Parasympathikus?

Die präganglionären Neurone des Sympathikus liegen im Seitenhorn des Rückenmarks von etwa C8/Th1 bis L2/L3. Ihre Axone ziehen über die Rami communicantes albi zum Grenzstrang und werden dort oder in prävertebralen Ganglien (Ganglion coeliacum, mesentericum superius und inferius) auf das zweite Neuron umgeschaltet. Die präganglionären Fasern sind also kurz, die postganglionären lang.

Beim Parasympathikus ist es umgekehrt. Er entspringt aus Hirnnervenkernen (III, VII, IX, X) und aus dem sakralen Rückenmark S2 bis S4. Die Umschaltung erfolgt organnah oder in der Organwand, deshalb sind die präganglionären Fasern lang und die postganglionären kurz. Der N. vagus versorgt den Darm bis etwa zum Cannon-Böhm-Punkt im linken Drittel des Colon transversum, danach übernehmen die Nn. splanchnici pelvici aus dem Sakralmark.

Für die Anatomie kommen die vier parasympathischen Kopfganglien regelmäßig dran:

Ganglion Präganglionär über Zielorgan
Ganglion ciliare N. oculomotorius (III) M. sphincter pupillae, M. ciliaris
Ganglion pterygopalatinum N. facialis (VII), N. petrosus major Tränendrüse, Nasen- und Gaumendrüsen
Ganglion submandibulare N. facialis (VII), Chorda tympani Gl. submandibularis, Gl. sublingualis
Ganglion oticum N. glossopharyngeus (IX), N. petrosus minor Gl. parotidea

Welche Transmitter wirken an welcher Synapse?

Die Regel ist schlicht: An allen vegetativen Ganglien, sympathisch wie parasympathisch, wird Acetylcholin auf nikotinische Rezeptoren vom neuronalen Typ freigesetzt. Das sind ligandengesteuerte Kationenkanäle, die schnell depolarisieren.

Postganglionär setzt der Parasympathikus wieder Acetylcholin frei, diesmal auf muskarinische Rezeptoren, die an G-Proteine gekoppelt sind. Der Sympathikus setzt postganglionär Noradrenalin frei. Zwei Ausnahmen lieben die Fragensteller:

  • Schweißdrüsen (ekkrine) werden sympathisch innerviert, die postganglionären Fasern sind aber cholinerg und wirken über muskarinische Rezeptoren.
  • Nebennierenmark: Es ist ein umgewandeltes sympathisches Ganglion. Präganglionäre Fasern enden direkt an den chromaffinen Zellen, die überwiegend Adrenalin und zu einem kleineren Teil Noradrenalin ins Blut abgeben.

Für die Biochemie gehört die Synthese dazu: Tyrosin wird über DOPA und Dopamin zu Noradrenalin, im Nebennierenmark methyliert die PNMT es zu Adrenalin. Cortisol aus der Rinde fördert die Expression dieses Enzyms, was erklärt, warum das Mark von Rindenblut durchströmt wird.

Welcher Rezeptor nutzt welches G-Protein?

Hier liegt der eigentliche Hebel. Kennst du die Kopplung, kannst du die Wirkung in den meisten Geweben ableiten: Gq hebt über IP3 das intrazelluläre Calcium und kontrahiert glatte Muskulatur, Gs erhöht cAMP und entspannt sie, Gi senkt cAMP.

Rezeptor G-Protein Typische Wirkungen
α1 Gq Vasokonstriktion, Mydriasis (M. dilatator pupillae), Kontraktion des inneren Blasensphinkters
α2 Gi Präsynaptische Hemmung der Noradrenalinfreisetzung, zentrale Sympathikusdämpfung, Hemmung der Insulinsekretion
β1 Gs Herz: positiv chronotrop, inotrop, dromotrop; Reninfreisetzung in der Niere
β2 Gs Bronchodilatation, Vasodilatation in der Skelettmuskulatur, Uterusrelaxation, Glykogenolyse
β3 Gs Lipolyse im Fettgewebe, Entspannung des M. detrusor vesicae
M1 Gq Ganglien, ZNS, Magen (Steigerung der Säuresekretion)
M2 Gi Herz: negativ chronotrop und dromotrop, unter anderem über Öffnung von K⁺-Kanälen
M3 Gq Kontraktion glatter Muskulatur (Bronchien, Detrusor, Darm), Drüsensekretion, Endothel: NO-Freisetzung

Eine Merkhilfe, die viele nutzen: „QISS und QIQ“ für α1, α2, β1, β2 und M1, M2, M3. Das ist kein Lehrbuchbegriff, funktioniert aber. Achte auf den M3-Rezeptor am Endothel: Acetylcholin erweitert intakte Gefäße über NO, obwohl die Gefäßmuskulatur selbst kaum parasympathisch innerviert ist.

Probefrage im Prüfungsstil

Ein 23-jähriger Student nimmt versehentlich eine hohe Dosis eines Stoffes ein, der muskarinische Acetylcholinrezeptoren kompetitiv blockiert. Welche Befundkombination ist am ehesten zu erwarten?

  • AMiosis und Bradykardie
  • BVermehrter Speichelfluss und Bronchokonstriktion
  • CTachykardie, Mydriasis und trockene, warme Haut
  • DUnveränderte Schweißsekretion, weil Schweißdrüsen sympathisch innerviert sind
  • EGesteigerte Darmmotilität und Harndrang
Lösung zeigen
Richtig ist C. Eine Muskarinrezeptorblockade nimmt dem Herzen die M2-vermittelte Bremse (Tachykardie), lähmt den M. sphincter pupillae (Mydriasis) und hemmt die Drüsen, auch die Schweißdrüsen. Option D ist die typische Falle: Die Schweißdrüsen werden zwar sympathisch innerviert, der postganglionäre Transmitter ist aber Acetylcholin an muskarinischen Rezeptoren. Deshalb wird die Haut trocken und warm.

Wie wirken die beiden Systeme an den einzelnen Organen?

Im Physikum werden selten Rezeptoren abstrakt gefragt. Meist steht ein Organ im Stamm, und du musst wissen, welches System was macht. Die folgende Übersicht deckt die Klassiker ab.

Organ Sympathikus Parasympathikus
Pupille Mydriasis (α1, M. dilatator) Miosis (M3, M. sphincter)
Linse Geringe Fernakkommodation Nahakkommodation (M. ciliaris kontrahiert)
Herz Frequenz, Kraft und Überleitung steigen (β1) Frequenz und AV-Überleitung sinken (M2)
Bronchien Dilatation (β2, vor allem über zirkulierendes Adrenalin) Konstriktion und Schleimsekretion (M3)
Speicheldrüsen Wenig, visköser Speichel Viel, dünnflüssiger Speichel
Magen-Darm Motilität sinkt, Sphinkteren kontrahieren Motilität und Sekretion steigen
Harnblase Speicherung: Detrusor entspannt (β3), innerer Sphinkter kontrahiert (α1) Miktion: Detrusor kontrahiert (M3)
Männliche Sexualfunktion Emission und Ejakulation Erektion

Das Herz ist der Sonderfall bei der Innervation: Der Vagus erreicht Sinus- und AV-Knoten und die Vorhöfe, die Ventrikel kaum. Deshalb senkt Parasympathikusaktivität vor allem die Frequenz und die Überleitung, kaum die Kontraktionskraft der Kammern. Fragen nach einer „negativ inotropen Wirkung des Vagus auf den Ventrikel“ sind meistens eine Falle.

Wenn du die vegetative Steuerung zusammen mit Herz, Kreislauf und Niere im Zusammenhang wiederholen willst, ist der Kurs Physiologie Physikum dafür gebaut, mit Erklärungen in der Reihenfolge, in der das Physikum die Themen verknüpft.

Wie fragt das IMPP das vegetative Nervensystem typischerweise ab?

Drei Muster wiederholen sich in Altfragen immer wieder. Erstens die Pharmakon-Frage: Eine Substanz blockiert oder aktiviert einen Rezeptor, und du sollst die Folge nennen. Atropin, Propranolol, Salbutamol oder Phenylephrin sind dabei keine Pharmakologiefrage, sondern eine Rezeptorfrage in Verkleidung.

Zweitens die Verschaltungsfrage aus der Anatomie: Welcher Nerv führt präganglionäre Fasern zum Ganglion oticum, wo liegen die Perikarya für die Pupillenverengung (Nucleus accessorius n. oculomotorii, Edinger-Westphal)? Hier hilft die Tabelle der Kopfganglien oben.

Drittens die Second-Messenger-Frage aus Biochemie und Physiologie: Welcher Rezeptor erhöht cAMP in der Leberzelle, welcher aktiviert die Phospholipase C? Wer die G-Protein-Spalte kann, kreuzt hier sicher.

Übe solche Fragen gemischt, weil sie im Examen fächerübergreifend kommen. Ein Tag mit 40 bis 60 Fragen zum Thema zeigt dir schnell, ob du die Wirkungen nur wiedererkennst oder wirklich herleiten kannst.

Häufige Fragen

Ist der Sympathikus immer aktivierend und der Parasympathikus immer hemmend?

Nein. Der Sympathikus hemmt zum Beispiel die Darmmotilität und entspannt den Detrusor, der Parasympathikus steigert die Darmmotilität und die Drüsensekretion. Die Wirkung hängt vom Rezeptor im Zielgewebe ab.

Warum sind Schweißdrüsen eine Ausnahme?

Sie werden sympathisch innerviert, die postganglionären Fasern setzen aber Acetylcholin frei, das an muskarinischen Rezeptoren wirkt. Deshalb hemmen Muskarinrezeptor-Antagonisten das Schwitzen.

Welcher Rezeptor sitzt präsynaptisch und hemmt die Noradrenalinfreisetzung?

Der α2-Rezeptor. Er ist an Gi gekoppelt, senkt cAMP und vermittelt eine negative Rückkopplung an der sympathischen Nervenendigung.

Wirkt der Vagus auf die Kontraktionskraft der Herzkammern?

Kaum. Die vagale Innervation reicht vor allem bis zu Sinusknoten, AV-Knoten und Vorhöfen. Der Vagus senkt deshalb Frequenz und Überleitungsgeschwindigkeit, die Kammerkraft wird nur gering beeinflusst.

Warum gehört das Nebennierenmark zum Sympathikus?

Es entspricht entwicklungsgeschichtlich einem sympathischen Ganglion. Die präganglionären Fasern enden direkt an den chromaffinen Zellen, die Adrenalin und Noradrenalin ins Blut abgeben.

Weiterlesen

Physiologie lernen fürs Physikum: Regelkreise verstehen statt auswendig lernen
Physikum Altfragen kreuzen: Wie viele, ab wann und womit
Physikum Frühjahr 2027: Termine, Countdown-Plan und Material
Signaltransduktion: G-Proteine, Second Messenger und Rezeptortypen

Passendes Material

Titelbild Physiologie Physikum
Physiologie Physikum
Erklärt Herz, Kreislauf und vegetative Regulation als zusammenhängende Regelkreise statt als Einzelfakten.
29,90 €Ansehen
Titelbild Physiologie MC-Fragen
Physiologie MC-Fragen
250 Physikumsfragen, mit denen du Rezeptorwirkungen und Organeffekte unter Prüfungsbedingungen abfragst.
19,99 €Ansehen
Titelbild Physikum Komplettpaket
Physikum Komplettpaket
Wenn du Anatomie, Physiologie und Biochemie gemeinsam wiederholen willst, wie das Thema im Examen verknüpft wird.
139,90 €Ansehen

Dieser Artikel dient der Prüfungsvorbereitung auf das Physikum und ersetzt keine ärztliche Entscheidung. Verbindlich sind die Lehrbücher deines Instituts, der IMPP-Gegenstandskatalog und für Arzneimittel die jeweilige Fachinformation.

Vorklinik und 1. Staatsexamen strukturiert lernenAlle Kurse für Anatomie, Physiologie, Biochemie und M1-Vorbereitung – verständlich aufgebaut und prüfungsorientiert.

Alle Vorklinik- & 1. Staatsexamen-Kurse ansehen →
🩺
Über den Autor
Luca
Medizin-Helden Redaktion

KlinikKompass ist der Wissensbereich von Medizin-Helden. Die Beiträge verbinden verständliche medizinische Erklärungen mit strukturierter Lernorientierung für Humanmedizin, Zahnmedizin, Pflege, Rettungssanitäter-Ausbildung und Prüfungsvorbereitung.

🩺 Humanmedizin 🦷 Zahnmedizin 🏥 Pflege 📚 Prüfungsvorbereitung 🧠 Lernstrategien
Häufige Fragen

FAQ zu Medizin-Helden und KlinikKompass

Die Inhalte richten sich an Studierende der Humanmedizin und Zahnmedizin, Auszubildende in der Pflege, angehende Rettungssanitäterinnen und Rettungssanitäter sowie alle, die medizinische Inhalte strukturiert lernen möchten.

KlinikKompass ist der Blog von Medizin-Helden. Hier findest du verständliche Artikel zu Vorklinik, Klinik, Zahnmedizin, Pflege, Lernmethoden, Prüfungen und medizinischem Basiswissen.

Für die Vorklinik und das M1 findest du passende Inhalte im Bereich Vorklinik / M1. Dort werden Kurse und Lernpakete rund um die vorklinischen Grundlagen gebündelt.

Ja. Für klinische Fächer und die M2-Vorbereitung gibt es den Bereich Klinik / M2. Dort findest du Inhalte für klinisches Verständnis, Prüfungsvorbereitung und strukturiertes Wiederholen.

Ja. Medizin-Helden bündelt eigene Bereiche für Zahnmedizin, Pflege und Rettungssanitäter.

Diskussion

Kommentare

Noch keine Kommentare — stell gerne deine Frage oder teile deine Erfahrung.

Kommentar hinterlassen

Kommentare werden vor der Veröffentlichung geprüft.

Auch zum Medizin-Helden Newsletter anmelden?

Erhalte Lernimpulse, neue KlinikKompass-Beiträge und Hinweise zu passenden Kursen.

Bitte fülle alle Pflichtfelder aus und bestätige die Einwilligung.

✅

Danke für deinen Kommentar!

Dein Kommentar wird nach kurzer Prüfung freigeschaltet.

KlinikKompass Updates

Lernimpulse für Medizin, Pflege und Klinik

Erhalte neue Beiträge, Lernstrategien und Hinweise zu passenden Medizin-Helden Kursen direkt per E-Mail. Kostenlos und jederzeit abmeldbar.

Bitte fülle alle Felder aus und bestätige die Einwilligung.

📬

Fast geschafft, !

1
Postfach öffnenWir haben dir eine Bestätigungs-E-Mail geschickt.
2
E-Mail bestätigenKlicke auf den Bestätigungslink, damit deine Anmeldung aktiv wird.
3
Lernimpulse erhaltenDanach bekommst du KlinikKompass-Updates und Medizin-Helden Hinweise.
Keine Mail erhalten?
Bitte prüfe auch Spam- oder Junk-Ordner und markiere unsere Mail als „Kein Spam“.