Inkarzerierte Hernie: Inkarzeration und Strangulation unterscheiden
Kurz gesagt: Eine Hernie ist inkarzeriert, wenn ihr Inhalt eingeklemmt und nicht mehr reponibel ist. Strangulation heißt, dass zusätzlich die Blutversorgung des eingeklemmten Darms gestört ist. Dann drohen Ischämie, Nekrose und Perforation, und es wird dringend operiert. Die Größe der Vorwölbung sagt dabei wenig: Gerade kleine Bruchpforten klemmen oft besonders fest ein.
Irreponibel und schmerzhaft
Zeitkritische Durchblutung
Bruchpforten immer untersuchen
Lernheft Akutes Abdomen & ChirurgieModul 09 vergleicht Inkarzeration und Strangulation. Zum passenden Material
Die eingeklemmte Hernie ist eine der häufigsten Ursachen eines mechanischen Dünndarmileus, gleich nach Verwachsungen. Trotzdem wird sie in der Notaufnahme übersehen, wenn niemand die Bruchpforten untersucht, besonders bei adipösen oder älteren Menschen. In Prüfungsfällen findest du die Hernie oft in einem Nebensatz: eine kleine, druckschmerzhafte Schwellung unterhalb des Leistenbands, eine Nabelhernie, die seit gestern nicht mehr zurückgeht.
Was ist der Unterschied zwischen Inkarzeration und Strangulation?
Bei der Inkarzeration wird der Bruchinhalt in der Bruchpforte eingeklemmt. Ist eine Darmschlinge betroffen, kann die Passage blockiert sein, und es entsteht ein mechanischer Ileus. Bei der Strangulation werden zusätzlich die Mesenterialgefäße abgeschnürt. Zuerst staut sich der venöse Abfluss, die Darmwand schwillt an, dann wird der arterielle Zufluss unterbrochen. Aus der mechanischen Komplikation wird eine Durchblutungsstörung mit Nekrose- und Perforationsgefahr.
Hinweis auf Strangulation: zunehmender Dauerschmerz, Rötung und Überwärmung über der Hernie
Wann darf man eine eingeklemmte Hernie reponieren?
Ein Repositionsversuch kommt nur infrage, wenn die Einklemmung kurz besteht und keine Zeichen einer Strangulation vorliegen. Bei Rötung, Peritonismus, Fieber oder Ileus wird nicht reponiert. Auch nach gelungener Reposition bleibt die Person unter Beobachtung, und die Hernie wird zeitnah operativ versorgt. Ein bekanntes Risiko ist die Reposition en bloc: Bruchsack und eingeklemmter Darm gleiten gemeinsam zurück, die Einklemmung besteht im Bauch fort.
Bruchpforten gehören zu jedem Bauchbefund
Bei jedem Ileus werden Leiste, Schenkelkanal, Nabel und Narben untersucht. In Fallfragen ist eine kleine Schwellung in einem Nebensatz oft der entscheidende Hinweis.
Häufig gestellte Fragen
1. Was bedeutet Inkarzeration?
Der Bruchinhalt ist in der Bruchpforte eingeklemmt und nicht mehr reponibel. Ist Darm betroffen, kann die Passage blockiert sein.
2. Was bedeutet Strangulation?
Zusätzlich zur Einklemmung ist die Blutversorgung des Bruchinhalts gestört. Ischämie und Nekrose machen die Situation zeitkritisch.
3. Warum klemmen Schenkelhernien so oft ein?
Der Schenkelkanal ist eng und wird von straffen Strukturen begrenzt. Die kleine, starre Bruchpforte schnürt den Inhalt leicht ab.
4. Was ist eine Richter-Hernie?
Eine Hernie, bei der nur ein Teil der Darmwand eingeklemmt ist. Die Passage kann erhalten bleiben, während die eingeklemmte Wand nekrotisch wird, weshalb typische Ileuszeichen fehlen können.
5. Ist eine große Hernie gefährlicher als eine kleine?
Nicht unbedingt. Die Gefährdung hängt vor allem von der Bruchpforte ab. Kleine, enge Pforten klemmen häufiger und fester ein als breite.
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