M3 Prüfung vorbereiten: Ablauf, Patientenvorstellung und Fälle
Kurz gesagt: Das M3 ist die mündlich-praktische Prüfung nach dem PJ. Sie läuft an zwei Tagen vor einer vierköpfigen Kommission, am ersten Tag stellst du einen Patienten vor, den du vorher untersucht und in einem Bericht dokumentiert hast. Geprüft werden Innere Medizin, Chirurgie und das Fach deines Wahltertials. Die beste Vorbereitung ist, Fälle laut und in fester Reihenfolge zu lösen, bis die Struktur auch unter Nervosität hält.
2 Prüfungstage
45 bis 60 Minuten pro Tag
Innere, Chirurgie, Wahlfach
Kardiologie-Fallvignetten12 kardiologische Fälle mit Lösungsweg und ISBAR-Übergabe in 60 Sekunden. Fallsammlungen ansehen
Nach dem schriftlichen M2 und 48 Wochen PJ fühlt sich das M3 für viele wie eine Formsache an. Das stimmt nur halb. Fachlich bist du nach dem PJ gut aufgestellt, aber im Prüfungsraum zählt, wie du dein Wissen sortiert aussprichst. Diese Seite zeigt, was die Approbationsordnung genau vorgibt und wie du die letzten Wochen vor dem Termin nutzt.
Wie läuft das M3 nach der Approbationsordnung ab?
Der Dritte Abschnitt der Ärztlichen Prüfung ist in § 30 ÄApprO geregelt. Die wichtigsten Eckpunkte stehen direkt im Verordnungstext, alles andere legt dein Landesprüfungsamt oder die Kommission fest.
Punkt
Was die ÄApprO vorgibt
Dauer
Zwei Prüfungstage, an beiden Tagen mindestens 45 und höchstens 60 Minuten je Prüfling
Gruppe
Höchstens vier Prüflinge pro Prüfung
Kommission
Vorsitz plus drei weitere Mitglieder (§ 15 ÄApprO)
Erster Tag
Praktische Prüfung mit Patientenvorstellung, in begründeten Fällen mit Simulationspatienten
Fächer
Patientenbezogene Fragen aus Innerer Medizin, Chirurgie und dem Gebiet deines Wahltertials
Bericht
Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und Epikrise, gegengezeichnet und in die Bewertung einbezogen
Der zweite Tag ist im Verordnungstext nicht weiter beschrieben. In der Praxis fragen die Prüfenden dort meist fallbasiert und fächerübergreifend: Sie geben dir eine Situation vor und lassen dich Schritt für Schritt entscheiden. Inhaltlich nennt § 30 unter anderem Anamnese und Untersuchung, Diagnostik, Pathophysiologie, Therapieentscheidungen, Pharmakotherapie, Prävention und den Umgang mit chronisch kranken und sterbenden Menschen.
Was gehört in die Patientenvorstellung?
Vor dem Prüfungstermin weist dir die Kommission einen oder mehrere Patienten zu. Du erhebst Anamnese und Befund und schreibst den Bericht, den ein Kommissionsmitglied gegenzeichnet. Wie viel Zeit du dafür bekommst, regelt der Prüfungsort. Plane die Vorstellung so, dass sie in drei bis fünf Minuten frei gesprochen steht:
Einleitungssatz: Alter, Geschlecht, Aufnahmegrund und Dauer der Beschwerden in einem Satz.
Jetzige Anamnese: Leitsymptom mit Beginn, Verlauf und Begleitsymptomen, dann relevante Vorerkrankungen und Medikation.
Befund: nur die auffälligen und die entscheidenden negativen Befunde, nicht der komplette Untersuchungsbogen.
Arbeitsdiagnose und Differenzialdiagnosen: eine Hypothese, zwei bis drei Alternativen, jeweils mit einem Argument.
Plan: Diagnostik mit Fragestellung, Therapie und was du als Nächstes kontrollieren würdest.
Typischer Punktverlust
Viele lesen den Bericht vor, statt den Fall zu erzählen. Lern die Vorstellung so, dass du sie ohne Zettel sprechen kannst, und halte den Bericht nur für Nachfragen bereit.
Wie beantwortest du Fallfragen in der mündlichen Prüfung?
Am zweiten Tag hörst du oft Sätze wie: Eine 72-jährige Patientin kommt mit Atemnot in die Notaufnahme, was tun Sie? Wer jetzt sofort Laborwerte aufzählt, verliert Punkte. Eine feste Reihenfolge hilft dir, auch bei unbekannten Fällen geordnet zu antworten:
Stabilität: ABCDE, Vitalparameter, braucht der Patient sofort etwas?
Leitsymptom: das führende Syndrom in einem Begriff benennen
Gefährliche Differenzialdiagnosen: was darf jetzt nicht übersehen werden?
Diagnostik: jede Untersuchung mit Fragestellung und Konsequenz
Management: erste Maßnahmen passend zur Stabilität
Übergabe: den Fall in ISBAR-Form in einer Minute zusammenfassen
Wie bereitest du dich in den Wochen nach dem PJ vor?
Zwischen dem Ende des letzten Tertials und dem M3 liegen meist nur wenige Wochen. Die Zeit reicht nicht, um Lehrbücher neu zu lesen, aber gut, um Fälle zu sprechen. Ein Plan, der sich bewährt hat:
Letztes Tertial
nebenbei
Pro Woche zwei eigene Patienten so vorstellen, als säße die Kommission dabei. Oberärztinnen und Oberärzte geben dafür gern Rückmeldung.
4 Wochen vorher
Wissen
Die großen Krankheitsbilder aus Innerer und Chirurgie wiederholen, dazu dein Wahlfach. Leitlinienkernaussagen statt Detailwissen.
3 bis 2 Wochen vorher
Fällelaut
Täglich zwei bis drei Fälle laut in der Sechs-Schritte-Reihenfolge lösen, am besten in einer Lerngruppe mit wechselnder Prüferrolle.
Letzte Woche
Simulation
Komplette Prüfungssimulationen von 45 Minuten mit Patientenvorstellung und Fallfragen aus allen drei Fächern.
Tag davor
Pause
Nur noch die eigene Patientenvorstellung zweimal sprechen, Unterlagen packen, früh schlafen.
Für die Innere im M3
Kardiologie-Fallvignetten
Die Kardiologie kommt in fast jeder M3-Prüfung in der Inneren vor. Hier übst du die Fälle in der Reihenfolge, in der Prüfende fragen.
12 Fälle von ACS über Rhythmusstörungen bis zu Klappenerkrankungen
Alle Fallvignetten sind gleich aufgebaut: 12 Fälle mit Aufgabenseite, ausführlicher Lösung und Übergabe. Such dir die Fächer aus, die bei dir geprüft werden.
Die Kommission bewertet, ob du wie eine angehende Ärztin oder ein angehender Arzt denkst. Dazu gehört, Unsicherheit zu benennen: Ein Satz wie Hier würde ich die Oberärztin hinzuziehen ist im M3 eine gute Antwort, wenn er an der richtigen Stelle kommt. Fehlende Details verzeiht die Kommission eher als eine falsche Priorität, etwa wenn du bei einem instabilen Patienten zuerst die Anamnese vervollständigst.
Häufig gestellte Fragen
1. Wie lange dauert das M3?
Zwei Tage. An beiden Tagen dauert die Prüfung bei höchstens vier Prüflingen mindestens 45 und höchstens 60 Minuten je Prüfling, so steht es in § 30 ÄApprO.
2. Welche Fächer werden im M3 geprüft?
Innere Medizin, Chirurgie und das Fach, in dem du dein Wahltertial im PJ absolviert hast. Die Fragen sind patientenbezogen und dürfen fächerübergreifend sein.
3. Wann bekomme ich meinen Prüfungspatienten?
Die Kommission weist dir vor dem Prüfungstermin einen oder mehrere Patienten zu. Den genauen Zeitpunkt und die Bearbeitungszeit legt der Prüfungsort fest, frag dort früh nach.
4. Was muss im Bericht stehen?
Anamnese, Diagnose, Prognose, Behandlungsplan und eine Epikrise. Ein Kommissionsmitglied zeichnet den Bericht gegen, und er fließt in die Bewertung ein.
5. Reicht das PJ als Vorbereitung?
Fachlich oft ja. Was fehlt, ist meist das laute, strukturierte Antworten. Zwei bis drei Wochen gezieltes Fälletraining in der Lerngruppe schließen diese Lücke.
6. Wann ist das M3?
Einen bundesweiten Termin gibt es nicht. Das M3 findet nach dem PJ statt, die Termine vergibt dein Landesprüfungsamt.
Medizin Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und steht in keiner Verbindung zum IMPP oder zu den Landesprüfungsämtern. Alle Angaben sind sorgfältig geprüft (Stand: November 2026), aber ohne Gewähr. Verbindlich sind die Veröffentlichungen des IMPP, die Approbationsordnung und die Auskünfte deiner Fakultät oder deines Landesprüfungsamts.