PJ im Medizinstudium: Tertiale planen, bewerben und vorbereiten
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Das Praktische Jahr besteht aus drei Tertialen zu je 16 Wochen: Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach. Die wichtigste Entscheidung fällst du dabei nicht im PJ selbst, sondern etwa ein Jahr vorher – bei der Wahl von Reihenfolge, Häusern und Wahlfach. Wer das erste Tertial in ein Fach legt, das im M2 stark gewichtet ist, und die Bewerbungsfristen der beliebten Häuser kennt, hat am Ende sowohl die besseren Plätze als auch die ruhigere Examensvorbereitung.
- 3 Tertiale à 16 Wochen
- 48 Wochen insgesamt
- Bewerbung 9–12 Monate vorher
- 1–2 Stunden Lernzeit pro Arbeitstag
Kurz gesagt: Das PJ läuft über drei Tertiale zu je 16 Wochen – Innere Medizin, Chirurgie und ein Wahlfach. Entschieden wird es aber vorher: über die Reihenfolge der Tertiale, die Wahl des Hauses und ein Wahlfach, das zur späteren Bewerbung passt. Gelernt wird im PJ in kleinen, fallbezogenen Portionen, nicht in Marathonsessions.
Die drei Tertiale im Überblick
Das PJ ist in drei gleich lange Abschnitte geteilt. Zwei davon stehen fest, einen wählst du selbst. Die Reihenfolge kannst du in der Regel selbst bestimmen, die genauen Regeln legt dein Landesprüfungsamt fest.
Tabelle seitlich scrollbar →
| Tertial | Dauer | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Innere Medizin | 16 Wochen | Pflichttertial. Stellt zusammen mit der Chirurgie den größten Teil der M2-Fragen – am Ende des PJ ist der Stoff dadurch besonders präsent. |
| Chirurgie | 16 Wochen | Pflichttertial. Im Examen stark gewichtet, im Alltag aber oft fordernd – ungeeignet für genau die Wochen, in denen du kreuzen willst. |
| Wahlfach | 16 Wochen | Frei wählbar. Der beste Bewerbungskanal des Studiums – am besten dort ableisten, wo du später arbeiten möchtest. |
Auf einen Blick
- Aufbau: 3 Tertiale à 16 Wochen – Innere, Chirurgie, Wahlfach.
- Bewerbung: für begehrte Häuser und Auslandsplätze 9–12 Monate vorher.
- Fehltage: begrenzt – die genaue Zahl regelt die ÄApprO, Details klärt dein Landesprüfungsamt.
- Lernzeit im PJ: realistisch 1–2 Stunden an Arbeitstagen, nicht mehr.
- Faustregel: das Wahlfach dorthin legen, wo du später arbeiten willst – PJ ist der beste Bewerbungskanal.
Reihenfolge: Warum sie über deine Examensvorbereitung entscheidet
Das letzte Tertial endet kurz vor der schriftlichen M2-Prüfung. Was du dort täglich siehst, ist im Examen automatisch präsent – was zwölf Monate zurückliegt, ist es nicht.
Zwei Strategien haben sich bewährt: Entweder du legst Innere Medizin oder Chirurgie ans Ende, weil beide den größten Anteil der Examensfragen stellen. Oder du legst ein ruhigeres Wahlfach ans Ende, um in den letzten 16 Wochen mehr Lernzeit zu haben. Beides funktioniert – was nicht funktioniert, ist ein forderndes chirurgisches Tertial in genau den Wochen, in denen du eigentlich kreuzen wolltest.
Haus wählen: Uniklinik oder Grund- und Regelversorgung
Die Uniklinik bietet Spezialfälle, Forschung und eine starke Formulierung im Lebenslauf – dafür stehst du dort oft weiter hinten in der Reihe. Im kleineren Haus bekommst du früher eigene Patientinnen und Patienten, mehr praktische Handgriffe und in der Regel bessere Betreuung. Für das M2 zählt vor allem eines: viele Standardfälle sehen, nicht wenige Raritäten.
Tabelle seitlich scrollbar →
| Kriterium | Uniklinik | Grund- und Regelversorgung |
|---|---|---|
| Fallspektrum | Spezialfälle, seltene Diagnosen, Forschung | Viele Standardfälle – näher an dem, was im M2 gefragt wird |
| Eigenständigkeit | Man steht oft weiter hinten in der Reihe | Früher eigene Patientinnen und Patienten, mehr Handgriffe |
| Betreuung | Abhängig von Abteilung und Andrang | In der Regel besser |
| Lebenslauf | Starke Formulierung, Anschluss an Forschung | Breite praktische Erfahrung im Regelbetrieb |
Was du vor der Zusage konkret erfragen solltest
- Anzahl der PJ-Studierenden – wie viele sind gleichzeitig auf Station?
- Strukturierter Unterricht – gibt es feste Lehrveranstaltungen?
- Leistungen – werden Aufwandsentschädigung, Essen oder Unterkunft gestellt?
- Lerntage – wie flexibel ist das Haus vor dem Examen?
Das Wahlfach: die eine strategische Entscheidung
Das Wahltertial ist der beste Bewerbungskanal, den das Studium bietet. Wer die Abteilung kennt, in der er anfangen möchte, bekommt dort deutlich häufiger eine Stelle. Deshalb: Wenn du dein Fach bereits kennst, geh dorthin, wo du später arbeiten willst.
Wenn du unsicher bist, wähle ein breites Fach mit vielen Berührungspunkten – Anästhesie, Neurologie oder Allgemeinmedizin geben dir Handwerk, das in jedem späteren Fach nützt. Kleine Fächer wie Dermatologie sind fachlich reizvoll und im M2 zuverlässig vertreten; unsere Seite Dermatologie im M2 zeigt, was davon prüfungsrelevant ist.
Lernen im PJ – realistisch geplant
Der häufigste Planungsfehler ist eine Wochenstruktur, die nur an guten Tagen funktioniert. Was trägt:
- Ein festes Tagespensum von 45 bis 90 Minuten, das auch nach einem langen Dienst noch machbar ist.
- Fallbezogen lernen – zu jeder Patientin, jedem Patienten mit ungewohnter Diagnose abends 15 Minuten nachlesen. Das bleibt besser hängen als jedes Kapitel.
- Kreuzen ab dem letzten Tertial täglich in kleinen Blöcken statt in Marathonsessions.
- Ein Wochentag frei von Lernen – sonst hält die Struktur keine 48 Wochen.
Einen konkreten Zeitplan für die Schlussphase findest du im 100-Tage-Plan fürs M2, die übergeordnete Planung in der M2-Vorbereitung.
Was du am ersten Tag dabeihaben solltest
Kittel, Stethoskop, ein Kugelschreiber, der nicht ausläuft, eine kleine Kitteltaschen-Referenz für Normwerte und Dosierungen, dazu Ausweis und Impfnachweise.
Wichtiger als die Ausrüstung ist die Haltung: Fragen stellen, Aufgaben übernehmen, Zuständigkeiten klären. Wer am ersten Tag sagt, was er lernen möchte, bekommt in fast jedem Haus mehr zu tun als jemand, der wartet.
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Häufige Fragen
Wie ist das Praktische Jahr aufgebaut?
Das PJ besteht aus drei Tertialen zu je 16 Wochen: Innere Medizin, Chirurgie und ein frei wählbares Wahlfach. Die Reihenfolge kannst du in der Regel selbst bestimmen, die genauen Regeln legt dein Landesprüfungsamt fest.
Wann sollte man sich fürs PJ bewerben?
Für begehrte Häuser, Uniklinik-Plätze und Auslandstertiale etwa neun bis zwölf Monate im Voraus. Weniger nachgefragte Häuser vergeben Plätze oft noch drei bis sechs Monate vorher.
Welches Tertial legt man am besten ans Ende?
Entweder Innere Medizin oder Chirurgie, weil beide den größten Teil der M2-Fragen stellen und dann präsent sind – oder ein ruhiges Wahlfach, wenn du in den letzten 16 Wochen mehr Lernzeit brauchst. Ungeeignet ist ein sehr forderndes Tertial direkt vor dem Examen.
Wie viel kann man im PJ realistisch lernen?
An Arbeitstagen ein bis zwei Stunden. Wer mehr einplant, hält es über 48 Wochen nicht durch. Wirksam ist fallbezogenes Lernen: zu jeder ungewohnten Diagnose abends 15 Minuten nachlesen.
Uniklinik oder kleineres Haus – was ist besser fürs PJ?
Fürs Examen ist das kleinere Haus oft im Vorteil, weil du mehr Standardfälle selbst betreust und besser betreut wirst. Die Uniklinik punktet bei Spezialfällen, Forschung und Lebenslauf. Entscheidend sind Betreuung, Anzahl gleichzeitiger PJ-Studierender und Lerntag-Regelungen.
Weiterlesen
- M2-Vorbereitung – die übergeordnete Planung bis zum Examen
- 100-Tage-Plan fürs M2 – konkreter Zeitplan für die Schlussphase
- Dermatologie im M2 – was aus dem kleinen Fach prüfungsrelevant ist
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