Menstruationszyklus fürs Physikum: Follikel- und Lutealphase sicher erklären

Kurz gesagt: In der Follikelphase fördert FSH die Follikelreifung, und Estradiol baut das Endometrium auf. Ein ausreichend hoher, anhaltender Estradiolspiegel schaltet die Rückkopplung um und löst den LH-Anstieg aus, der zur Ovulation führt. Danach bildet das Corpus luteum Progesteron, das das Endometrium sekretorisch umwandelt. Ohne Ovulation fehlt diese typische Lutealphase.

  • Physikum
  • 4 Hormone, 2 Phasen
  • Rückkopplung verstehen
Lernheft Gynäkologie & Schwangerschaft – Titelseite
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Der Menstruationszyklus gilt im Physikum als Lernthema mit vielen Kurven und Zahlen. Wer ihn als Regelkreis versteht, braucht aber kaum etwas auswendig zu lernen. Die gleichen Zusammenhänge tauchen später in der Gynäkologie wieder auf: bei Zyklusstörungen, Kinderwunsch, Endometriumbiopsie oder der Frage, ob überhaupt eine Ovulation stattgefunden hat. Diese Seite zeigt dir die Hormone, die Phasen und die typischen Prüfungsfallen.

Welche Hormone steuern den Zyklus?

Hormon Bildungsort Hauptwirkung im Zyklus
GnRH Hypothalamus, pulsatil Stimuliert FSH und LH in der Hypophyse
FSH Hypophysenvorderlappen Follikelreifung, Aromatase in Granulosazellen
LH Hypophysenvorderlappen Androgenbildung in Thekazellen, LH-Anstieg löst Ovulation aus, erhält Corpus luteum
Estradiol Granulosazellen des Follikels Proliferation des Endometriums, Umschalten auf positive Rückkopplung
Progesteron Corpus luteum Sekretorische Umwandlung des Endometriums, Anstieg der Basaltemperatur

Was passiert in Follikel- und Lutealphase?

Follikelphase

  • FSH unterstützt die Follikelreifung
  • Estradiol fördert den Aufbau des Endometriums
  • Anhaltend hoher Estradiolspiegel begünstigt den LH-Anstieg

Lutealphase

  • Der Gelbkörper produziert Progesteron
  • Sekretorische Umwandlung des Endometriums
  • Ohne Befruchtung Luteolyse und Menstruation

Die Länge der Lutealphase ist relativ konstant bei rund 14 Tagen. Schwankungen der Zykluslänge entstehen deshalb vor allem in der Follikelphase. Das ist ein beliebter Fakt im Physikum und erklärt, warum der Ovulationszeitpunkt bei unregelmäßigen Zyklen schwer vorherzusagen ist.

  1. FSH: Follikel reift
  2. Estradiol steigt an
  3. LH-Anstieg: Ovulation
  4. Corpus luteum: Progesteron steigt

Warum schaltet die Rückkopplung um?

In der frühen Follikelphase hemmt Estradiol die Freisetzung von FSH und LH, eine negative Rückkopplung. Erreicht Estradiol einen ausreichend hohen Spiegel über eine gewisse Zeit, kehrt sich die Wirkung um: Die Hypophyse reagiert mit einer starken LH-Ausschüttung, dem LH-Peak. Etwa 24 bis 36 Stunden danach erfolgt die Ovulation. In der Lutealphase hemmen Progesteron und Estradiol gemeinsam wieder die Gonadotropine.

Kreuzfalle

Ein sekretorisch umgewandeltes Endometrium zeigt Progesteronwirkung, beweist aber keine Schwangerschaft. Und eine regelmäßige Zyklusdauer allein beweist keine Ovulation.

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Wofür brauchst du den Zyklus in der Klinik?

In der Gynäkologie kehrt das Wissen überall wieder. Bei Kinderwunsch wird gefragt, ob eine Ovulation stattfindet, etwa über einen Progesteronwert in der Lutealphase. Beim polyzystischen Ovarsyndrom ist das LH-FSH-Verhältnis verschoben und die Ovulation bleibt aus. Hormonelle Kontrazeptiva unterdrücken über die negative Rückkopplung den LH-Peak. Und die primäre Dysmenorrhö erklärt sich über Prostaglandine aus dem sekretorischen Endometrium, das nach dem Progesteronabfall abgestoßen wird.

  • Kinderwunsch: Ovulationsnachweis über die Lutealphase
  • PCOS: gestörte Follikelreifung, Anovulation
  • Kontrazeption: Unterdrückung des LH-Peaks
  • Dysmenorrhö: Prostaglandine bei der Menstruation

Häufig gestellte Fragen

1. Welches Hormon löst die Ovulation aus?

Der LH-Anstieg, der durch einen ausreichend hohen und anhaltenden Estradiolspiegel ausgelöst wird.

2. Wo wird Progesteron im Zyklus gebildet?

Im Corpus luteum, das nach der Ovulation aus dem gesprungenen Follikel entsteht.

3. Warum ist die Lutealphase relativ konstant?

Weil die Lebensdauer des Corpus luteum ohne Befruchtung begrenzt ist. Schwankungen der Zykluslänge entstehen meist in der Follikelphase.

4. Was passiert mit dem Corpus luteum bei einer Schwangerschaft?

hCG aus dem Trophoblasten erhält das Corpus luteum, bis die Plazenta die Progesteronbildung übernimmt.

5. Beweist ein regelmäßiger Zyklus eine Ovulation?

Nein. Auch anovulatorische Zyklen können regelmäßig sein. Der Nachweis erfolgt etwa über Progesteron in der Lutealphase.

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