Menstruationszyklus fürs Physikum: Follikel- und Lutealphase sicher erklären
Kurz gesagt: In der Follikelphase fördert FSH die Follikelreifung, und Estradiol baut das Endometrium auf. Ein ausreichend hoher, anhaltender Estradiolspiegel schaltet die Rückkopplung um und löst den LH-Anstieg aus, der zur Ovulation führt. Danach bildet das Corpus luteum Progesteron, das das Endometrium sekretorisch umwandelt. Ohne Ovulation fehlt diese typische Lutealphase.
Physikum
4 Hormone, 2 Phasen
Rückkopplung verstehen
Lernheft Gynäkologie & Schwangerschaft18 Module von Zyklus bis PCR, mit Fallfragen und Selbsttests. Zum passenden Material
Der Menstruationszyklus gilt im Physikum als Lernthema mit vielen Kurven und Zahlen. Wer ihn als Regelkreis versteht, braucht aber kaum etwas auswendig zu lernen. Die gleichen Zusammenhänge tauchen später in der Gynäkologie wieder auf: bei Zyklusstörungen, Kinderwunsch, Endometriumbiopsie oder der Frage, ob überhaupt eine Ovulation stattgefunden hat. Diese Seite zeigt dir die Hormone, die Phasen und die typischen Prüfungsfallen.
Welche Hormone steuern den Zyklus?
Hormon
Bildungsort
Hauptwirkung im Zyklus
GnRH
Hypothalamus, pulsatil
Stimuliert FSH und LH in der Hypophyse
FSH
Hypophysenvorderlappen
Follikelreifung, Aromatase in Granulosazellen
LH
Hypophysenvorderlappen
Androgenbildung in Thekazellen, LH-Anstieg löst Ovulation aus, erhält Corpus luteum
Estradiol
Granulosazellen des Follikels
Proliferation des Endometriums, Umschalten auf positive Rückkopplung
Progesteron
Corpus luteum
Sekretorische Umwandlung des Endometriums, Anstieg der Basaltemperatur
Was passiert in Follikel- und Lutealphase?
Follikelphase
FSH unterstützt die Follikelreifung
Estradiol fördert den Aufbau des Endometriums
Anhaltend hoher Estradiolspiegel begünstigt den LH-Anstieg
Lutealphase
Der Gelbkörper produziert Progesteron
Sekretorische Umwandlung des Endometriums
Ohne Befruchtung Luteolyse und Menstruation
Die Länge der Lutealphase ist relativ konstant bei rund 14 Tagen. Schwankungen der Zykluslänge entstehen deshalb vor allem in der Follikelphase. Das ist ein beliebter Fakt im Physikum und erklärt, warum der Ovulationszeitpunkt bei unregelmäßigen Zyklen schwer vorherzusagen ist.
FSH: Follikel reift
Estradiol steigt an
LH-Anstieg: Ovulation
Corpus luteum: Progesteron steigt
Warum schaltet die Rückkopplung um?
In der frühen Follikelphase hemmt Estradiol die Freisetzung von FSH und LH, eine negative Rückkopplung. Erreicht Estradiol einen ausreichend hohen Spiegel über eine gewisse Zeit, kehrt sich die Wirkung um: Die Hypophyse reagiert mit einer starken LH-Ausschüttung, dem LH-Peak. Etwa 24 bis 36 Stunden danach erfolgt die Ovulation. In der Lutealphase hemmen Progesteron und Estradiol gemeinsam wieder die Gonadotropine.
Kreuzfalle
Ein sekretorisch umgewandeltes Endometrium zeigt Progesteronwirkung, beweist aber keine Schwangerschaft. Und eine regelmäßige Zyklusdauer allein beweist keine Ovulation.
Lernheft 28
Gynäkologie & Schwangerschaft
Neun klinische Vergleiche und neun Grundlagenmodule, die Zyklus, Embryologie und Geburtshilfe verbinden.
Zyklus mit Follikel- und Lutealphase
Befruchtung, Implantation und Frühschwangerschaft
Fallfragen mit Gegenfall, Selbsttests und Lösungsschlüssel
In der Gynäkologie kehrt das Wissen überall wieder. Bei Kinderwunsch wird gefragt, ob eine Ovulation stattfindet, etwa über einen Progesteronwert in der Lutealphase. Beim polyzystischen Ovarsyndrom ist das LH-FSH-Verhältnis verschoben und die Ovulation bleibt aus. Hormonelle Kontrazeptiva unterdrücken über die negative Rückkopplung den LH-Peak. Und die primäre Dysmenorrhö erklärt sich über Prostaglandine aus dem sekretorischen Endometrium, das nach dem Progesteronabfall abgestoßen wird.
Kinderwunsch: Ovulationsnachweis über die Lutealphase
PCOS: gestörte Follikelreifung, Anovulation
Kontrazeption: Unterdrückung des LH-Peaks
Dysmenorrhö: Prostaglandine bei der Menstruation
Häufig gestellte Fragen
1. Welches Hormon löst die Ovulation aus?
Der LH-Anstieg, der durch einen ausreichend hohen und anhaltenden Estradiolspiegel ausgelöst wird.
2. Wo wird Progesteron im Zyklus gebildet?
Im Corpus luteum, das nach der Ovulation aus dem gesprungenen Follikel entsteht.
3. Warum ist die Lutealphase relativ konstant?
Weil die Lebensdauer des Corpus luteum ohne Befruchtung begrenzt ist. Schwankungen der Zykluslänge entstehen meist in der Follikelphase.
4. Was passiert mit dem Corpus luteum bei einer Schwangerschaft?
hCG aus dem Trophoblasten erhält das Corpus luteum, bis die Plazenta die Progesteronbildung übernimmt.
5. Beweist ein regelmäßiger Zyklus eine Ovulation?
Nein. Auch anovulatorische Zyklen können regelmäßig sein. Der Nachweis erfolgt etwa über Progesteron in der Lutealphase.
Medizin Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und steht in keiner Verbindung zum IMPP oder zu den Landesprüfungsämtern. Alle Angaben sind sorgfältig geprüft (Stand: November 2026), aber ohne Gewähr. Die Inhalte dienen der Prüfungsvorbereitung und ersetzen keine ärztliche Entscheidung; verbindlich sind die aktuellen Leitlinien und die Veröffentlichungen des IMPP.