Kenntnisprüfung Pflege: Anerkennung und Vorbereitung
Kurz gesagt: Die Kenntnisprüfung Pflege ist eine Ausgleichsmaßnahme für Pflegefachkräfte mit Abschluss aus einem Drittstaat, wenn die Behörde wesentliche Unterschiede zur deutschen Ausbildung festgestellt hat. Sie besteht nach § 45 PflAPrV aus einem mündlichen Teil (45 bis 60 Minuten) und einem praktischen Teil mit zwei bis vier Pflegesituationen am Patienten. Beide Teile musst du bestehen, jeder nicht bestandene Teil darf einmal wiederholt werden. Statt der Prüfung kannst du laut § 40 PflBG auch einen Anpassungslehrgang wählen.
Mündlich 45 bis 60 Minuten
2 bis 4 Pflegesituationen
Je Teil eine Wiederholung
Deutsch meist B2
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Du hast in deinem Heimatland als Pflegefachkraft gearbeitet, jetzt liegt ein Bescheid vor dir, der von „wesentlichen Unterschieden“ spricht. Diese Seite erklärt, was das bedeutet, wie die Kenntnisprüfung aufgebaut ist und wie du dich gezielt auf die Inhalte der deutschen Pflegeausbildung vorbereitest.
Für wen ist diese Seite?
Internationale Pflegefachkräfte mit Abschluss außerhalb von EU, EWR und Schweiz, die als Pflegefachfrau oder Pflegefachmann in Deutschland anerkannt werden wollen.
Pflegekräfte, die schon einen Defizitbescheid haben und zwischen Kenntnisprüfung und Anpassungslehrgang entscheiden.
Praxisanleiterinnen und Arbeitgeber, die internationale Kolleginnen auf die Prüfung vorbereiten.
Was ist die Kenntnisprüfung in der Pflege?
Die Kenntnisprüfung ist der Nachweis, dass du über den Kenntnisstand einer in Deutschland ausgebildeten Pflegefachperson verfügst. Rechtsgrundlage ist § 40 Pflegeberufegesetz (PflBG), den Ablauf regelt § 45 der Pflegeberufe-Ausbildungs- und -Prüfungsverordnung (PflAPrV).
Antrag und Vergleich der Ausbildung
Bescheid über wesentliche Unterschiede
Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang
Erlaubnis zur Berufsbezeichnung
Die Behörde vergleicht zuerst deine Ausbildung mit der deutschen. Findet sie wesentliche Unterschiede, etwa bei Themenbereichen oder praktischen Inhalten, musst du den Kenntnisstand nachweisen. Dafür gibt es zwei Wege: die Kenntnisprüfung oder einen Anpassungslehrgang von höchstens drei Jahren, der ebenfalls mit einer Prüfung endet. Du darfst zwischen beiden wählen.
Wie läuft die Kenntnisprüfung Pflege ab?
Die Prüfung hat einen mündlichen und einen praktischen Teil, die beide bestanden werden müssen. Geprüft werden die Kompetenzbereiche I bis V der Anlage zur PflAPrV, die zu deiner angestrebten Berufsbezeichnung passt.
45–60Minuten mündlicher Teil
2 bis 4Pflegesituationen am Patienten
120 Min.höchstens je Pflegesituation
1×Wiederholung je nicht bestandenem Teil
Teil
Format
Dauer laut PflAPrV
Bewertung
Mündlicher Teil
Komplexe Aufgabenstellung aus mindestens drei Kompetenzbereichen, aus einem anderen Versorgungsbereich als die praktische Prüfung
45 bis 60 Minuten
Zwei Prüfende, bestanden oder nicht bestanden
Praktischer Teil
Zwei bis vier Pflegesituationen am Patienten: Pflegeprozess planen, durchführen, evaluieren, inklusive vorbehaltener Tätigkeiten und Kommunikation
Je Pflegesituation höchstens 120 Minuten
Jede Situation einzeln, alle müssen bestanden sein
Wiederholung
Nicht bestandener mündlicher Teil oder einzelne nicht bestandene Pflegesituation
Je einmal
Bestandene Teile musst du nicht wiederholen
Regional unterschiedlich
Den Versorgungsbereich und die Zahl der Pflegesituationen legt die zuständige Behörde fest. In Baden-Württemberg nennt das Regierungspräsidium zum Beispiel etwa 45 Minuten für den mündlichen und etwa 180 Minuten für den praktischen Teil. Andere Länder organisieren das anders, maßgeblich ist deine Ladung.
Kenntnisprüfung oder Anpassungslehrgang: Was ist besser?
Kenntnisprüfung
Meist der kürzere Weg
Passt, wenn du fachlich sicher bist und gut Deutsch sprichst
Anpassungslehrgang
Höchstens drei Jahre, endet ebenfalls mit einer Prüfung
Strukturierte Praxis in mehreren Versorgungsbereichen
Das hängt von deiner Situation ab, eine pauschale Antwort gibt es nicht. Die Kenntnisprüfung ist meist der kürzere Weg, wenn du fachlich sicher bist und schon gut Deutsch sprichst. Der Anpassungslehrgang dauert länger, in Baden-Württemberg laut Regierungspräsidium im Schnitt 8 bis 11 Monate, bringt dir dafür strukturierte Praxis in mehreren Versorgungsbereichen.
Verzicht auf die Gleichwertigkeitsprüfung
Ein Sonderfall ist der Verzicht auf die Gleichwertigkeitsprüfung nach § 40 Abs. 3a PflBG. Dann prüft die Behörde deine Unterlagen nicht im Detail und du gehst direkt in eine Ausgleichsmaßnahme. Das spart Zeit bei der Bearbeitung. Die Behörde geht dann aber von großen Unterschieden aus, deshalb passt der Verzicht vor allem zur Kenntnisprüfung. Lass dich vorher beraten, die Entscheidung ist dauerhaft.
Welche Deutschkenntnisse brauche ich?
Für die Berufsurkunde brauchst du in der Regel Deutsch auf Niveau B2. Spätestens bei der Erteilung der Erlaubnis musst du das nachweisen, wann genau, regelt dein Bundesland.
Tipp für die Prüfung
In der Kenntnisprüfung zählt nicht nur Grammatik. Du musst Pflegemaßnahmen erklären, mit Angehörigen sprechen und eine saubere Übergabe machen. Übe deshalb Fachsprache und Gesprächssituationen genauso wie Fachwissen.
Wie bereite ich mich auf die Kenntnisprüfung vor?
Plane drei bis sechs Monate ein, wenn du parallel arbeitest. Viele Pflegekräfte besuchen zusätzlich einen mehrmonatigen Vorbereitungskurs, Pflicht ist das nicht. Die folgende Einteilung ist ein Erfahrungswert.
Pflegesituationen laut durchspielen, Pflegeplanung unter Zeitdruck, Übergaben, Gespräche mit Angehörigen
Woran scheitern Kandidatinnen in der praktischen Prüfung am häufigsten?
Häufig fehlt nicht das Fachwissen, sondern die deutsche Art, den Pflegeprozess zu dokumentieren und zu begründen. Prüfende erwarten, dass du Pflegebedarf erhebst, Ziele formulierst, Maßnahmen planst und am Ende evaluierst, und zwar nachvollziehbar und schriftlich. Übe deshalb Pflegeplanungen an echten Fällen von deiner Station und lass sie von einer Praxisanleitung gegenlesen.
Pflegebedarf erheben
Ziele formulieren
Maßnahmen planen
Evaluieren
Welches Material passt zur Kenntnisprüfung Pflege?
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Häufig gestellte Fragen
Wer muss die Kenntnisprüfung Pflege machen?
Pflegefachkräfte mit Abschluss aus einem Drittstaat, bei denen die Behörde wesentliche Unterschiede zur deutschen Ausbildung festgestellt hat. Statt der Kenntnisprüfung kannst du auch einen Anpassungslehrgang wählen.
Wie lange dauert die Kenntnisprüfung Pflege?
Der mündliche Teil dauert 45 bis 60 Minuten. Im praktischen Teil hast du zwei bis vier Pflegesituationen mit jeweils höchstens 120 Minuten. Wie die Termine verteilt sind, legt die zuständige Stelle fest.
Wie oft kann ich die Kenntnisprüfung Pflege wiederholen?
Den mündlichen Teil und jede nicht bestandene Pflegesituation darfst du einmal wiederholen. Bestandene Teile bleiben bestehen.
Welches Sprachniveau brauche ich für die Anerkennung?
In der Regel Deutsch auf Niveau B2. Wann du den Nachweis vorlegen musst, regelt dein Bundesland.
Was bedeutet Verzicht auf die Gleichwertigkeitsprüfung?
Du verzichtest darauf, dass die Behörde deine Ausbildung im Detail mit der deutschen vergleicht, und gehst direkt in eine Ausgleichsmaßnahme. Das beschleunigt das Verfahren, die Behörde geht dann aber von großen Unterschieden aus.
Ist ein Vorbereitungskurs Pflicht?
Nein, gesetzlich ist kein Kurs vorgeschrieben. Viele Pflegekräfte nutzen trotzdem einen Kurs, um die praktische Prüfung zu üben, und ergänzen ihn mit Lernmaterial für die Theorie.
Ersetzt das Material von Medizin Helden einen Vorbereitungskurs?
Nein. Es ist eine Wissensbasis für die Inhalte der deutschen Pflegeausbildung. Die Pflegesituationen am Patienten musst du praktisch trainieren, etwa mit Praxisanleitung auf deiner Station.
Medizin Helden ist ein unabhängiges Lernangebot und steht in keiner Verbindung zu Anerkennungsbehörden oder Pflegeschulen. Verbindlich sind das Pflegeberufegesetz, die PflAPrV und die Auskünfte der in deinem Bundesland zuständigen Anerkennungsstelle.